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Infrastruktur & Netzwerk6 Min. Lesezeit

Vier Access Points abgebaut und das WLAN wurde besser

Wenn das WLAN nicht taugt, ist der erste Reflex, einen weiteren Sender aufzuhängen. In etwa der Hälfte der Fälle macht das die Sache schlechter.

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Das Wichtigste in Kürze

In einem Gewerbebau mit elf Access Points störten sich die Geräte gegenseitig. Nach einer Messung haben wir vier abgebaut, die verbleibenden neu eingestellt und zwei versetzt. Die Verbindungsabbrüche verschwanden, die Übertragungsrate an den schlechtesten Stellen verdoppelte sich. Gekauft wurde nichts.

Warum mehr Sender schaden können

WLAN funktioniert über eine begrenzte Zahl von Funkkanälen. Zwei Sender auf demselben Kanal in Hörweite teilen sich die Luft: Jeder wartet, bis der andere fertig gesendet hat. Aus zwei starken Sendern wird so einer mit halber Leistung.

Dazu kommt das Verhalten der Endgeräte. Ein Notebook wechselt den Sender erst, wenn das Signal deutlich schlechter wird. Wo überall starkes Signal ist, klebt es am ersten Sender fest, auch wenn es längst näher bei einem anderen steht.

Das Ergebnis ist das bekannte Muster: Der Balken zeigt volle Stärke, und trotzdem bricht die Videokonferenz ab.

Was eine Messung tatsächlich macht

Eine Ausmessung ist keine Software, die man laufen lässt, sondern ein Rundgang. Mit einem Messgerät wird das Gebäude abgeschritten und an jeder Stelle festgehalten, welche Sender wie stark ankommen und auf welchen Kanälen.

  • Signalstärke je Sender und Position
  • Störquellen ausserhalb des eigenen Netzes – Nachbarn, Funkstrecken, defekte Geräte
  • Überlappung: wo empfangen Geräte drei oder mehr eigene Sender gleich stark?
  • Tatsächliche Übertragungsrate, nicht die theoretische

Für einen Gewerbebau mittlerer Grösse dauert das einen halben Tag. Das Ergebnis ist ein Plan mit Farben, den auch jemand ohne Funktechnikkenntnisse lesen kann.

Der Fall im Gewerbebau

Ausgangslage: elf Access Points auf zwei Stockwerken, über die Jahre nachgerüstet, alle auf höchster Sendeleistung und automatischer Kanalwahl. Beschwerden über Abbrüche in Besprechungsräumen und im Lager.

Die Messung zeigte, dass sich sieben der elf Sender gegenseitig auf denselben Kanälen überlagerten. Im Lager dagegen war ein toter Winkel, weil der nächste Sender hinter einer Betonwand hing.

Massnahmen: vier Sender abgebaut, zwei versetzt, Sendeleistung auf allen reduziert, Kanäle fest vergeben statt automatisch. Aufwand ein Tag, Materialkosten null.

Ergebnis nach der Nachmessung: keine Überlagerung mehr, im Lager durchgehende Abdeckung, an den zuvor schlechtesten Stellen etwa doppelte Übertragungsrate.

Was oft die eigentliche Ursache ist

Nicht jedes WLAN-Problem ist ein WLAN-Problem. Häufig liegt die Ursache dahinter: eine überlastete Internetleitung, ein defekter Switch-Anschluss, ein Server, der langsam antwortet.

Das lässt sich unterscheiden, indem man dasselbe Gerät einmal über Kabel und einmal über Funk misst. Ist es über Kabel genauso langsam, hat das WLAN nichts damit zu tun.

Diese Prüfung dauert zehn Minuten und erspart regelmässig eine Beschaffung, die nichts gebracht hätte.

Was ein gutes WLAN im Betrieb braucht

Getrennte Netze für Mitarbeitende und Gäste, damit Besucher nicht im Firmennetz landen. Das ist mit heutigen Geräten Standard und wird trotzdem oft nicht eingerichtet.

Ein eigenes Netz für Geräte, die weder Personen noch Server sind: Drucker, Kassen, Zutrittssysteme, Gebäudetechnik. Diese Geräte bekommen selten Aktualisierungen und gehören deshalb getrennt.

Und eine Verkabelung, die mitkommt. Ein Access Point mit modernem Standard bringt nichts, wenn er über eine alte Leitung angebunden ist.

Wann Neubeschaffung doch richtig ist

Wenn die vorhandenen Geräte mehr als sechs bis acht Jahre alt sind, keine Aktualisierungen mehr bekommen oder nur alte Funkstandards beherrschen, hilft Optimieren nur begrenzt.

Auch bei stark gestiegener Gerätezahl – jedes Mobiltelefon, jeder Sensor, jeder Bildschirm hängt heute im WLAN – kann die alte Anlage schlicht zu klein sein.

In diesen Fällen sagen wir das. Der Unterschied ist, dass die Empfehlung dann auf einer Messung beruht und nicht auf der Vermutung, dass mehr besser sei.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Infrastruktur & Netzwerk. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Infrastruktur & Services · Netzwerktechnik & WLAN · Telefonanlage · IT-Umzug & Rollout

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Häufige Fragen

Was kostet eine WLAN-Messung?

Für ein Gebäude mittlerer Grösse rechnen wir mit einem halben bis einem Tag. Enthalten sind der Rundgang, die Auswertung und ein Bericht mit konkreten Massnahmen.

Können wir die Messung selbst machen?

Es gibt Apps, die eine grobe Übersicht liefern und für einen ersten Eindruck taugen. Für die Beurteilung von Überlappung und Kanalbelegung braucht es ein Messgerät und Erfahrung – vor allem beim Interpretieren.

Muss das Netzwerk für die Messung ausser Betrieb?

Nein, gemessen wird im laufenden Betrieb. Die Anpassungen danach machen wir ausserhalb der Arbeitszeiten, weil Sender dabei kurz neu starten.

Läuft Ihr Netzwerk oder halten Sie es am Laufen?

Eine Messung vor Ort zeigt in wenigen Stunden, wo die Ursache wirklich liegt.

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