Der Internetanschluss am neuen Ort ist das Nadelöhr mit der längsten Vorlaufzeit – er gehört als Erstes bestellt, drei Monate vorher. Danach Verkabelung, dann Netzwerk und Server, zuletzt die Arbeitsplätze. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, braucht keinen Ausfalltag.
Drei Monate vorher: der Anschluss
Ein neuer Internetanschluss braucht je nach Standort und Technik zwischen zwei Wochen und drei Monaten. Ist Tiefbau nötig, kann es länger dauern – und darauf hat niemand Einfluss.
Deshalb ist die Bestellung der erste Schritt, noch vor dem Mietvertrag, wenn möglich. Klären Sie beim Vermieter, welche Anschlüsse im Gebäude vorhanden sind, und bestellen Sie so früh wie zulässig.
Wo der Termin knapp wird, ist eine mobile Überbrückung eine brauchbare Notlösung für die ersten Wochen – langsamer, aber besser als nichts. Sie muss vorher getestet werden, nicht am Umzugstag.
Zwei Monate vorher: Verkabelung und Technikraum
Die Netzwerkverkabelung wird am besten während des Innenausbaus verlegt, solange die Wände offen sind. Nachträglich ist es teurer und sieht schlechter aus.
- Zwei Netzwerkdosen pro Arbeitsplatz, auch wenn nur eine gebraucht wird – die zweite kostet beim Verlegen fast nichts
- Anschlüsse für Drucker, Access Points, Bildschirme in Besprechungsräumen und Zutrittstechnik einplanen
- Ein Technikraum mit Belüftung, abschliessbar, nicht unter einer Wasserleitung
- Genug Steckdosen, abgesichert und idealerweise auf einem eigenen Stromkreis
Der Technikraum wird regelmässig zu klein geplant. Rechnen Sie mit dem Doppelten des heutigen Platzbedarfs; Nachrüsten in einem zu kleinen Raum ist über Jahre eine Belastung.
Umzugswochenende: Server zuerst, Arbeitsplätze danach
Am Freitag wird der letzte Sicherungslauf geprüft. Danach werden Server und Netzwerktechnik abgebaut, transportiert und am neuen Ort aufgebaut – zuerst das Netzwerk, dann die Server, dann die Prüfung.
Erst wenn die Grundlage steht, kommen die Arbeitsplätze. Sie sind der einfachste Teil, brauchen aber Zeit: aufstellen, anschliessen, anmelden, Drucker prüfen, Fachanwendung starten.
Am Sonntag gehen wir jeden Platz einmal durch. Ein Zettel auf jedem Tisch hält fest, dass geprüft wurde und wen man am Montag anruft.
Am Montag sind wir vor Ort. Die meisten Meldungen betreffen nicht die Technik, sondern die Orientierung – welcher Drucker ist jetzt welcher, wo ist der Besprechungsraumbildschirm angeschlossen.
Was man am neuen Ort gleich richtig macht
Ein Umzug ist der einzige Moment, in dem man die gewachsene Unordnung ohne Zusatzaufwand loswird. Das gilt für die Beschriftung der Netzwerkdosen, für die Ordnung im Serverschrank und für Geräte, die man nicht mitnehmen muss.
Wir erstellen bei jedem Umzug eine Dokumentation des neuen Zustands: Netzplan, Dosenbelegung, Geräteliste mit Standort. Das kostet einen halben Tag und ist danach jahrelang die Grundlage für jede Störungssuche.
Was nicht mitkommt, wird nachweislich gelöscht und entsorgt. Alte Geräte im Keller des neuen Standorts sind ein Datenschutzproblem, das mitzieht.
