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Infrastruktur & Netzwerk7 Min. Lesezeit

IT-Umzug ohne Ausfalltag: die Reihenfolge, die zählt

Bei einem Büroumzug wird die Informatik zuletzt geplant und zuerst gebraucht. Wer die Reihenfolge umdreht, hat am Montag im neuen Büro funktionierende Arbeitsplätze.

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Das Wichtigste in Kürze

Der Internetanschluss am neuen Ort ist das Nadelöhr mit der längsten Vorlaufzeit – er gehört als Erstes bestellt, drei Monate vorher. Danach Verkabelung, dann Netzwerk und Server, zuletzt die Arbeitsplätze. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, braucht keinen Ausfalltag.

Drei Monate vorher: der Anschluss

Ein neuer Internetanschluss braucht je nach Standort und Technik zwischen zwei Wochen und drei Monaten. Ist Tiefbau nötig, kann es länger dauern – und darauf hat niemand Einfluss.

Deshalb ist die Bestellung der erste Schritt, noch vor dem Mietvertrag, wenn möglich. Klären Sie beim Vermieter, welche Anschlüsse im Gebäude vorhanden sind, und bestellen Sie so früh wie zulässig.

Wo der Termin knapp wird, ist eine mobile Überbrückung eine brauchbare Notlösung für die ersten Wochen – langsamer, aber besser als nichts. Sie muss vorher getestet werden, nicht am Umzugstag.

Zwei Monate vorher: Verkabelung und Technikraum

Die Netzwerkverkabelung wird am besten während des Innenausbaus verlegt, solange die Wände offen sind. Nachträglich ist es teurer und sieht schlechter aus.

  • Zwei Netzwerkdosen pro Arbeitsplatz, auch wenn nur eine gebraucht wird – die zweite kostet beim Verlegen fast nichts
  • Anschlüsse für Drucker, Access Points, Bildschirme in Besprechungsräumen und Zutrittstechnik einplanen
  • Ein Technikraum mit Belüftung, abschliessbar, nicht unter einer Wasserleitung
  • Genug Steckdosen, abgesichert und idealerweise auf einem eigenen Stromkreis

Der Technikraum wird regelmässig zu klein geplant. Rechnen Sie mit dem Doppelten des heutigen Platzbedarfs; Nachrüsten in einem zu kleinen Raum ist über Jahre eine Belastung.

Umzugswochenende: Server zuerst, Arbeitsplätze danach

Am Freitag wird der letzte Sicherungslauf geprüft. Danach werden Server und Netzwerktechnik abgebaut, transportiert und am neuen Ort aufgebaut – zuerst das Netzwerk, dann die Server, dann die Prüfung.

Erst wenn die Grundlage steht, kommen die Arbeitsplätze. Sie sind der einfachste Teil, brauchen aber Zeit: aufstellen, anschliessen, anmelden, Drucker prüfen, Fachanwendung starten.

Am Sonntag gehen wir jeden Platz einmal durch. Ein Zettel auf jedem Tisch hält fest, dass geprüft wurde und wen man am Montag anruft.

Am Montag sind wir vor Ort. Die meisten Meldungen betreffen nicht die Technik, sondern die Orientierung – welcher Drucker ist jetzt welcher, wo ist der Besprechungsraumbildschirm angeschlossen.

Was man am neuen Ort gleich richtig macht

Ein Umzug ist der einzige Moment, in dem man die gewachsene Unordnung ohne Zusatzaufwand loswird. Das gilt für die Beschriftung der Netzwerkdosen, für die Ordnung im Serverschrank und für Geräte, die man nicht mitnehmen muss.

Wir erstellen bei jedem Umzug eine Dokumentation des neuen Zustands: Netzplan, Dosenbelegung, Geräteliste mit Standort. Das kostet einen halben Tag und ist danach jahrelang die Grundlage für jede Störungssuche.

Was nicht mitkommt, wird nachweislich gelöscht und entsorgt. Alte Geräte im Keller des neuen Standorts sind ein Datenschutzproblem, das mitzieht.

Der Fall, in dem der Umzug in Etappen lief

Ein Betrieb mit fünfzig Arbeitsplätzen konnte nicht an einem Wochenende umziehen, weil die Produktion durchlief. Wir haben deshalb zuerst am neuen Standort ein vollständiges Netzwerk aufgebaut und beide Standorte für vier Wochen verbunden.

In dieser Zeit zogen die Abteilungen nacheinander um, jeweils an einem Freitagnachmittag. Der Server blieb bis zuletzt am alten Ort und wechselte im letzten Schritt.

Das war aufwendiger und teurer als ein Wochenendumzug – und die einzige Variante, die keinen Produktionsstillstand bedeutete. Manchmal ist der teurere Weg der günstigere.

Was regelmässig vergessen geht

Die Adresse in allen Systemen: Briefpapier, Signaturen, Website, Karteneinträge, Lieferantenkonten, Domainregistrierung. Diese Liste ist länger als erwartet und lässt sich vor dem Umzug vorbereiten.

Verträge, die an den Standort gebunden sind: Internetanschluss am alten Ort kündigen, aber erst nach dem gesicherten Abschluss am neuen. Eine Überlappung von einem Monat kostet wenig und rettet den Termin.

Und die Post: Nachsendeauftrag, aber auch die digitale Variante – Rechnungsadressen bei Anbietern, deren Rechnungen sonst monatelang ins Leere gehen.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Infrastruktur & Netzwerk. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Infrastruktur & Services · Netzwerktechnik & WLAN · Telefonanlage · IT-Umzug & Rollout

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Häufige Fragen

Wie früh sollen wir mit der Planung beginnen?

Sobald der neue Standort feststeht, spätestens drei Monate vorher. Der Internetanschluss bestimmt den Zeitplan, und darauf hat niemand Einfluss.

Können wir die Arbeitsplätze selbst zügeln?

Ja, und viele Betriebe machen das. Sinnvoll ist, dass jemand die Geräte vorher beschriftet und dokumentiert, welcher Bildschirm zu welchem Rechner gehört – sonst dauert der Aufbau doppelt so lange.

Was passiert mit der Telefonie beim Umzug?

Läuft sie über das Netzwerk, zieht sie mit und braucht keinen eigenen Termin. Bei einer klassischen Anlage ist der Umzug aufwendiger als der Wechsel auf eine moderne Lösung – das ist der häufigste Anlass für die Umstellung.

Läuft Ihr Netzwerk oder halten Sie es am Laufen?

Eine Messung vor Ort zeigt in wenigen Stunden, wo die Ursache wirklich liegt.

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