Das Alter allein sagt wenig. Entscheidend sind fünf Anzeichen: abgelaufene Herstellerunterstützung, kein Ersatzteilzugriff mehr, ein Betriebssystem ohne Sicherheitsaktualisierungen, keine Reserve bei Speicher oder Rechenleistung und die Tatsache, dass niemand mehr weiss, wie er neu aufgesetzt würde.
Die fünf Anzeichen
Die Herstellerunterstützung ist abgelaufen
Ohne Wartungsvertrag gibt es im Störungsfall keine garantierte Reaktionszeit und keinen Ersatzteilanspruch. Bei Geräten ab fünf Jahren wird die Verlängerung teuer und ist irgendwann gar nicht mehr erhältlich.
Ersatzteile sind nicht mehr beschaffbar
Netzteile und Festplatten für ältere Baureihen gibt es oft nur noch gebraucht. Das kann funktionieren, aber es ist eine Wette.
Das Betriebssystem bekommt keine Aktualisierungen mehr
Das ist der härteste Grund. Ein System ohne Sicherheitsaktualisierungen ist ein offenes Tor, und daran ändert auch eine gute Firewall wenig.
Keine Reserve mehr
Wenn Arbeitsspeicher und Festplatte dauerhaft am Anschlag laufen, wird jede Erweiterung – eine neue Anwendung, mehr Benutzer – zum Problem.
Niemand weiss, wie er wieder aufgebaut würde
Das unterschätzte Anzeichen. Ein Server, dessen Konfiguration über Jahre gewachsen ist und nirgends dokumentiert wurde, lässt sich nach einem Totalausfall nicht in Tagen wiederherstellen.
Was ein ungeplanter Ausfall bedeutet
Bei einem geplanten Ersatz wird ausserhalb der Arbeitszeiten umgestellt, es gibt einen Rückweg, und niemand merkt etwas. Bei einem ungeplanten Ausfall gilt keines davon.
Realistisch ist folgender Ablauf: Am ersten Tag wird versucht, das Gerät wieder zum Laufen zu bringen. Am zweiten steht fest, dass Ersatz nötig ist – der beschafft und geliefert werden muss. Erst danach beginnt die Wiederherstellung.
In der Zwischenzeit arbeitet der Betrieb mit dem, was ohne Server geht. Wie lange das erträglich ist, weiss jeder Betrieb selbst am besten. Genau diese Zahl gehört in die Entscheidung, nicht das Anschaffungsjahr.
Was beim Ersatz zur Frage steht
Ein Ersatz ist der natürliche Moment, um die grundsätzliche Frage zu stellen: Braucht es überhaupt wieder einen Server im Haus?
Für Mail und Zusammenarbeit lautet die Antwort heute fast immer nein. Für Fachanwendungen, die eine lokale Datenbank verlangen, und für grosse Dateien, mit denen mehrere gleichzeitig arbeiten, oft noch ja.
Wir rechnen beide Wege durch, bevor Hardware bestellt wird. In etwa der Hälfte der Fälle wird der neue Server kleiner als der alte, weil ein Teil der Aufgaben abgewandert ist.
