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Infrastruktur & Netzwerk6 Min. Lesezeit

Wann ein Server ersetzt gehört und wann das Warten teurer wird

Ein Server läuft, bis er nicht mehr läuft. Das ist der Grund, warum die Entscheidung über den Ersatz fast immer zu spät fällt – nämlich dann, wenn er bereits steht.

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Das Wichtigste in Kürze

Das Alter allein sagt wenig. Entscheidend sind fünf Anzeichen: abgelaufene Herstellerunterstützung, kein Ersatzteilzugriff mehr, ein Betriebssystem ohne Sicherheitsaktualisierungen, keine Reserve bei Speicher oder Rechenleistung und die Tatsache, dass niemand mehr weiss, wie er neu aufgesetzt würde.

Die fünf Anzeichen

Die Herstellerunterstützung ist abgelaufen

Ohne Wartungsvertrag gibt es im Störungsfall keine garantierte Reaktionszeit und keinen Ersatzteilanspruch. Bei Geräten ab fünf Jahren wird die Verlängerung teuer und ist irgendwann gar nicht mehr erhältlich.

Ersatzteile sind nicht mehr beschaffbar

Netzteile und Festplatten für ältere Baureihen gibt es oft nur noch gebraucht. Das kann funktionieren, aber es ist eine Wette.

Das Betriebssystem bekommt keine Aktualisierungen mehr

Das ist der härteste Grund. Ein System ohne Sicherheitsaktualisierungen ist ein offenes Tor, und daran ändert auch eine gute Firewall wenig.

Keine Reserve mehr

Wenn Arbeitsspeicher und Festplatte dauerhaft am Anschlag laufen, wird jede Erweiterung – eine neue Anwendung, mehr Benutzer – zum Problem.

Niemand weiss, wie er wieder aufgebaut würde

Das unterschätzte Anzeichen. Ein Server, dessen Konfiguration über Jahre gewachsen ist und nirgends dokumentiert wurde, lässt sich nach einem Totalausfall nicht in Tagen wiederherstellen.

Was ein ungeplanter Ausfall bedeutet

Bei einem geplanten Ersatz wird ausserhalb der Arbeitszeiten umgestellt, es gibt einen Rückweg, und niemand merkt etwas. Bei einem ungeplanten Ausfall gilt keines davon.

Realistisch ist folgender Ablauf: Am ersten Tag wird versucht, das Gerät wieder zum Laufen zu bringen. Am zweiten steht fest, dass Ersatz nötig ist – der beschafft und geliefert werden muss. Erst danach beginnt die Wiederherstellung.

In der Zwischenzeit arbeitet der Betrieb mit dem, was ohne Server geht. Wie lange das erträglich ist, weiss jeder Betrieb selbst am besten. Genau diese Zahl gehört in die Entscheidung, nicht das Anschaffungsjahr.

Was beim Ersatz zur Frage steht

Ein Ersatz ist der natürliche Moment, um die grundsätzliche Frage zu stellen: Braucht es überhaupt wieder einen Server im Haus?

Für Mail und Zusammenarbeit lautet die Antwort heute fast immer nein. Für Fachanwendungen, die eine lokale Datenbank verlangen, und für grosse Dateien, mit denen mehrere gleichzeitig arbeiten, oft noch ja.

Wir rechnen beide Wege durch, bevor Hardware bestellt wird. In etwa der Hälfte der Fälle wird der neue Server kleiner als der alte, weil ein Teil der Aufgaben abgewandert ist.

Virtualisierung macht den Wechsel einfacher

Läuft ein Server virtualisiert, ist der Umzug auf neue Hardware ein überschaubarer Vorgang: Die virtuelle Maschine wird kopiert und auf dem neuen Gerät gestartet.

Das ist der Hauptgrund, warum wir auch bei einem einzigen Server zur Virtualisierung raten. Der Aufwand ist beim Aufsetzen minimal, der Gewinn zeigt sich fünf Jahre später.

Zusätzlich lassen sich so Testumgebungen aufbauen, ohne zusätzliche Hardware – etwa für die Prüfung, ob ein Update die Fachanwendung verträgt.

Der Zeitpunkt im Jahr

Ein Serverwechsel gehört nicht in den Jahresabschluss und nicht in die Ferienzeit. Im ersten Fall ist der Druck zu hoch, im zweiten ist niemand da, der Auffälligkeiten meldet.

Bewährt haben sich die ruhigen Wochen nach dem Abschluss und die Zeit vor den Sommerferien. Wichtig ist, dass in den zwei Wochen nach der Umstellung genug Leute im Haus sind.

Die Umstellung selbst legen wir auf ein Wochenende, mit einer Rückfallmöglichkeit auf das alte System bis zum Ende der ersten Arbeitswoche.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Infrastruktur & Netzwerk. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Infrastruktur & Services · Netzwerktechnik & WLAN · Telefonanlage · IT-Umzug & Rollout

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Häufige Fragen

Wie lange hält ein Server?

Technisch oft acht Jahre und länger. Wirtschaftlich sinnvoll ist ein Ersatz meist nach fünf bis sechs Jahren, weil dann Wartung und Risiko zusammen mehr kosten als die Abschreibung eines neuen Geräts.

Können wir einen gebrauchten Server einsetzen?

In Einzelfällen ja, etwa als Testsystem oder als zweites Gerät für die Sicherung. Als Hauptsystem raten wir ab: Ohne Herstellerunterstützung fehlt genau die Zusage, wegen der man ein Serversystem überhaupt kauft.

Was passiert mit dem alten Gerät?

Es bleibt nach der Umstellung als Rückfallmöglichkeit eine Weile stehen. Danach werden die Datenträger nachweislich gelöscht oder vernichtet, bevor das Gerät entsorgt oder verkauft wird.

Läuft Ihr Netzwerk oder halten Sie es am Laufen?

Eine Messung vor Ort zeigt in wenigen Stunden, wo die Ursache wirklich liegt.

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