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Infrastruktur & Netzwerk6 Min. Lesezeit

Telefonie über das Netzwerk: was sich für den Betrieb wirklich ändert

Die klassische Telefonanlage im Technikraum ist verschwunden. Was an ihre Stelle getreten ist, kann mehr – und stellt an das Netzwerk Anforderungen, die vorher niemand hatte.

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Das Wichtigste in Kürze

Telefonie läuft heute über dasselbe Netzwerk wie alles andere. Das bringt Nummern, die überall funktionieren, und Anrufweiterleitung ohne Technikertermin. Es setzt aber voraus, dass Internetleitung, Switches und Stromversorgung mitspielen – sonst wird aus dem Fortschritt eine Störungsquelle.

Was besser wird

  • Ortsunabhängigkeit. Die Durchwahl funktioniert im Büro, im Homeoffice und auf dem Mobiltelefon. Wer den Arbeitsplatz wechselt, nimmt die Nummer mit.
  • Änderungen ohne Techniker. Weiterleitungen, Ansagen, Öffnungszeiten und Gruppen lassen sich in einer Oberfläche einstellen. Was früher ein Termin war, ist heute eine Minute.
  • Verbindung mit anderen Systemen. Anrufe können mit dem Kundenverzeichnis verknüpft werden, sodass beim Klingeln sichtbar ist, wer anruft.
  • Weniger Hardware. Kein eigenes Gerät im Technikraum mehr, das gewartet und irgendwann ersetzt werden muss.

Für die meisten Betriebe ist der zweite Punkt der wertvollste. Die Möglichkeit, die Erreichbarkeit selbst anzupassen, wird täglich genutzt.

Was das Netzwerk dafür können muss

Sprache verträgt keine Verzögerung. Eine Datei, die eine Sekunde später ankommt, merkt niemand; ein Gespräch mit einer Sekunde Verzögerung ist unbrauchbar.

  • Bevorzugung der Sprachdaten. Die Netzwerkgeräte müssen Telefonate vor anderen Daten durchlassen. Ohne diese Einstellung stottert das Gespräch, sobald jemand eine grosse Datei überträgt.
  • Stromversorgung über das Netzwerkkabel. Tischtelefone beziehen ihren Strom aus dem Switch. Der muss das können und genug Reserve haben.
  • Notstrom für die Erreichbarkeit. Bei Stromausfall ist ohne Absicherung auch das Telefon tot – anders als bei der alten Anlage. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für Router und Switch löst das.
  • Eine verlässliche Internetleitung. Nicht die schnellste, sondern die stabilste. Für zwanzig gleichzeitige Gespräche braucht es weniger Bandbreite, als die meisten annehmen – aber gleichmässige.

Diese vier Punkte sind der Grund, warum wir eine Telefonieumstellung nie ohne vorherigen Blick auf das Netzwerk machen.

Die Stolpersteine aus der Praxis

Der häufigste: die Rufnummernportierung. Bestehende Nummern zum neuen Anbieter mitzunehmen dauert je nach Ausgangslage Wochen und ist der Punkt mit dem grössten Terminrisiko. Wir planen ihn zuerst und alles andere danach.

Der zweitwichtigste: Geräte, die am alten Telefonnetz hingen. Aufzugsnotruf, Alarmanlage, Brandmeldeanlage, Frankiermaschine, teils auch Türsprechstellen. Diese Geräte müssen einzeln geprüft werden und brauchen oft eine eigene Lösung.

Der dritte: Erwartungen an die Sprachqualität. Über eine gute Leitung ist sie besser als früher. Über eine mobile Verbindung im Zug ist sie es nicht – und das hat mit der Anlage nichts zu tun.

Tischtelefon, Software oder Mobiltelefon

Alle drei lassen sich mischen, und in den meisten Betrieben ist die Mischung richtig. Am Empfang und dort, wo viel telefoniert wird, bleibt das Tischtelefon der beste Apparat.

Wer am Rechner arbeitet und gelegentlich telefoniert, kommt mit einer Software auf dem Computer und einem ordentlichen Headset gut zurecht. Das spart Anschaffung und Platz.

Auf dem Mobiltelefon läuft die Durchwahl über eine App. Praktisch für Aussendienst und Bereitschaft – mit dem Vorbehalt, dass die Erreichbarkeit dann vom Mobilnetz abhängt.

Was mit dem KI-Telefonassistenten dazukommt

Sobald Telefonie über das Netzwerk läuft, lassen sich Anrufe auch automatisiert entgegennehmen: ausserhalb der Bürozeiten, bei Überlast oder für einfache Standardauskünfte.

Wir haben dafür ein eigenes Produkt entwickelt und setzen es selbst ein. Ob das für einen Betrieb sinnvoll ist, hängt weniger von der Technik ab als von der Frage, welche Anrufe überhaupt kommen.

Der ehrliche Hinweis dazu: Wo Kundinnen und Kunden eine persönliche Beratung erwarten, ist ein Assistent der falsche Weg. Wo dieselben fünf Fragen den ganzen Tag kommen, ist er eine Entlastung.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Infrastruktur & Netzwerk. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Infrastruktur & Services · Netzwerktechnik & WLAN · Telefonanlage · IT-Umzug & Rollout

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Häufige Fragen

Können wir unsere bestehenden Nummern behalten?

In der Regel ja. Die Portierung ist der Teil mit der längsten Vorlaufzeit – rechnen Sie je nach Anbieter und Anschlussart mit mehreren Wochen.

Was passiert bei einem Internetausfall?

Ohne Vorkehrung ist die Anlage nicht erreichbar. Üblich ist eine automatische Weiterleitung auf Mobiltelefone, die beim Anbieter hinterlegt wird und ohne Ihr Zutun greift.

Brauchen wir neue Telefone?

Nicht zwingend, aber meistens. Ältere Apparate lassen sich teilweise weiterverwenden; ob es sich lohnt, hängt vom Alter und vom unterstützten Standard ab. Wir prüfen das vor der Beschaffung.

Läuft Ihr Netzwerk oder halten Sie es am Laufen?

Eine Messung vor Ort zeigt in wenigen Stunden, wo die Ursache wirklich liegt.

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