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Security & Datensicherung7 Min. Lesezeit

Wiederherstellung geprobt: was ein Restore-Test in einem 40-Platz-Betrieb zeigt

Sicherungsprotokolle melden seit Jahren „erfolgreich". Das sagt, dass Daten weggeschrieben wurden. Ob sie zurückkommen, sagt es nicht.

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Das Wichtigste in Kürze

Wir haben in einem Treuhandbüro mit vierzig Arbeitsplätzen die vollständige Wiederherstellung durchgespielt. Die Daten kamen zurück – aber drei Dinge fehlten, die auf keinem Protokoll standen: ein Datenbankdienst, der nicht mitgesichert wurde, ein Verschlüsselungsschlüssel, den niemand mehr hatte, und die Erkenntnis, dass die Rückspielung vier Mal so lange dauert wie angenommen.

Warum die Protokolle nichts beweisen

Eine Sicherungssoftware meldet Erfolg, wenn sie die ihr zugewiesenen Quellen gelesen und geschrieben hat. Sie kann nicht wissen, ob diese Quellen vollständig sind, ob die geschriebenen Daten lesbar bleiben und ob die Zielumgebung im Ernstfall überhaupt existiert.

Genau diese drei Punkte sind es, an denen Wiederherstellungen scheitern. Nicht am fehlenden Backup, sondern an dem, was rundherum fehlt.

Ein Restore-Test beantwortet die Frage, die das Protokoll offenlässt: Steht der Betrieb nach einem Totalverlust wieder – und nach wie langer Zeit?

Wie wir vorgehen

Der Test läuft in einer abgetrennten Umgebung, damit der laufende Betrieb nicht berührt wird. Ablauf in vier Schritten:

  • Auswahl des Szenarios – meist der Ausfall des Hauptservers, weil er die meisten Abhängigkeiten hat
  • Rückspielung aus der jüngsten Sicherung in eine leere Umgebung
  • Funktionsprüfung: Anmeldung, Dateizugriff, Fachanwendung, Mailzugang, Drucken
  • Protokoll mit gemessenen Zeiten und allem, was gefehlt hat

Der letzte Schritt ist der wertvollste. Was fehlt, fällt nur auf, wenn jemand die Anwendung tatsächlich startet und damit arbeitet – nicht, wenn nur geprüft wird, ob Dateien vorhanden sind.

Die drei Befunde

Ein Dienst war nie im Sicherungsplan

Die Fachanwendung des Betriebs speichert ihre Daten in einer eigenen Datenbank. Diese lief auf demselben Server, aber in einem Verzeichnis, das beim Einrichten der Sicherung vor Jahren nicht ausgewählt worden war. Die Dateien selbst kamen zurück, die Datenbank nicht.

Der Schlüssel fehlte

Die Sicherung war verschlüsselt – richtig so. Der Schlüssel lag jedoch nur auf dem Server, der im Szenario ausgefallen war. Ohne Kopie an einem zweiten Ort wäre die Sicherung im Ernstfall unbrauchbar gewesen.

Die Zeit stimmte nicht

Geschätzt waren vier Stunden bis zur Arbeitsfähigkeit. Gemessen wurden knapp sechzehn – vor allem, weil die Daten über eine Internetleitung zurückgeholt werden mussten, deren Geschwindigkeit in die Rechnung nie eingeflossen war.

Was daraus folgte

Die ersten beiden Punkte waren an einem Nachmittag behoben: Datenbank in den Sicherungsplan aufgenommen, Schlüssel an zwei getrennten Orten hinterlegt, davon einer ausserhalb des Gebäudes.

Der dritte Punkt liess sich nicht wegkonfigurieren. Er führte zu einer Entscheidung: Für die kritischen Systeme liegt jetzt zusätzlich eine lokale Kopie bereit, aus der schneller zurückgespielt werden kann. Die entfernte Sicherung bleibt als Schutz gegen Brand, Diebstahl und Verschlüsselung.

Das ist teurer als vorher. Die Alternative wäre gewesen, mit einer falschen Erwartung weiterzuarbeiten.

Wie oft eine Probe sinnvoll ist

Einmal im Jahr für das vollständige Szenario, zusätzlich eine kleine Stichprobe pro Quartal: eine einzelne Datei aus einer älteren Sicherung zurückholen und öffnen. Das dauert zehn Minuten und findet die Hälfte aller Probleme.

Nach jeder grösseren Änderung – neuer Server, neue Fachanwendung, Umzug in die Cloud – gehört eine Probe ohnehin dazu. Genau bei solchen Änderungen fallen Quellen aus dem Sicherungsplan.

Wichtig ist, dass die Probe protokolliert wird. Ein Wiederherstellungstest ohne Protokoll ist ein gutes Gefühl, aber kein Nachweis.

Was das für die Versicherung und die Revision bedeutet

Wer eine Cyberversicherung hat, findet in den Bedingungen meist eine Formulierung zur regelmässigen Datensicherung. Ein dokumentierter Wiederherstellungstest ist der einfachste Nachweis, dass die Anforderung erfüllt ist.

Auch bei Revisionen und in regulierten Branchen wird zunehmend nicht mehr nach dem Backup gefragt, sondern nach der Prüfung. Das ist sachlich richtig – die Prüfung ist das, was Wirkung hat.

Wir stellen das Protokoll deshalb so aus, dass es ohne Erklärung verständlich ist: Datum, Szenario, gemessene Zeiten, Befunde, erledigte Massnahmen.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Security & Datensicherung. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Cyber Security · Datensicherung

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Häufige Fragen

Stört ein Restore-Test den laufenden Betrieb?

Nein. Die Rückspielung erfolgt in eine getrennte Umgebung. Berührt wird nur die Sicherungsinfrastruktur, und das meist ausserhalb der Arbeitszeiten.

Wie lange dauert eine solche Prüfung?

Für einen Betrieb mittlerer Grösse rechnen wir mit einem halben bis einem ganzen Tag, je nach Datenmenge und Anzahl der Fachanwendungen. Der grösste Teil davon ist Wartezeit beim Rückspielen.

Was, wenn dabei herauskommt, dass die Sicherung unbrauchbar ist?

Dann ist das die beste Nachricht, die Sie an diesem Tag bekommen können – weil Sie es jetzt erfahren und nicht im Ernstfall. Wir stellen die Sicherung neu auf und prüfen danach erneut.

Wissen Sie, ob Ihre Daten zurückkommen?

Eine Prüfung der Wiederherstellung dauert wenige Stunden und beantwortet die einzige Frage, die zählt.

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