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Security & Datensicherung6 Min. Lesezeit

3-2-1 reicht nicht: was eine Sicherung gegen Verschlüsselung wirklich braucht

Drei Kopien, zwei Medien, eine ausser Haus: Die Regel ist gut und über dreissig Jahre alt. Gegen Angreifer, die gezielt Sicherungen löschen, ist sie allein zu wenig.

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Das Wichtigste in Kürze

Ergänzen Sie die alte Regel um drei Punkte: mindestens eine Kopie, die sich nicht überschreiben lässt; ein Sicherungssystem mit eigenen Zugangsdaten, die nirgends sonst gelten; und eine geprüfte Rückspielung. Ohne diese drei ist die dritte Kopie im Ernstfall mitverschlüsselt.

Warum die alte Regel entstanden ist

3-2-1 wurde für andere Gefahren entwickelt: defekte Festplatten, Feuer, Wasser, versehentliches Löschen. Gegen all das wirkt sie zuverlässig, und deshalb gilt sie weiter.

Ein Angreifer verhält sich anders als ein Wasserschaden. Er sucht gezielt nach Sicherungen, weil sie der einzige Grund sind, warum ein Betrieb nicht zahlen muss. Und er nimmt sich Zeit dafür.

In den Fällen, die wir gesehen haben, lagen zwischen dem ersten Eindringen und der Verschlüsselung mehrere Wochen. Zeit genug, um Sicherungsläufe zu beobachten, Zugangsdaten mitzulesen und die Kopien zuerst zu löschen.

Die drei Ergänzungen

Unveränderbar statt nur ausgelagert

Eine Kopie muss so abgelegt sein, dass sie sich für eine festgelegte Frist nicht ändern und nicht löschen lässt – auch nicht mit gültigen Zugangsdaten. Gängige Sicherungsziele bieten das an; die Einstellung heisst je nach Anbieter Objektsperre, unveränderliche Aufbewahrung oder ähnlich.

Getrennte Zugänge

Das Konto, mit dem gesichert wird, darf nicht dasselbe sein wie das Administratorkonto der Umgebung. Wer im Netzwerk Rechte erlangt, soll damit nicht automatisch an die Sicherung kommen. Eigene Zugangsdaten, eigene Zweitfaktoren, kein gemeinsamer Passwortspeicher.

Geprüfte Rückspielung

Eine Sicherung, aus der nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Wie eine solche Prüfung abläuft und was sie regelmässig zutage fördert, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Aufbewahrungsdauer: die unterschätzte Grösse

Wer nur sieben Tage aufbewahrt, hat gegen Verschlüsselung wenig in der Hand. Angreifer warten oft absichtlich, bis alle sauberen Stände überschrieben sind.

Sinnvoll ist eine gestaffelte Aufbewahrung: tägliche Stände für zwei bis vier Wochen, wöchentliche für einige Monate, monatliche für ein bis zwei Jahre. Das kostet Speicherplatz, aber Speicherplatz ist der billigste Teil der ganzen Rechnung.

Bei Buchhaltungs- und Personaldaten kommen gesetzliche Aufbewahrungsfristen dazu. Diese gehören in die Planung, sind aber etwas anderes als Sicherung – eine Sicherung ist kein Archiv.

Was das kostet

Für einen Betrieb mit vierzig Arbeitsplätzen und rund zwei Terabyte Nutzdaten liegen die zusätzlichen Kosten für unveränderbare Ablage und längere Aufbewahrung im Bereich einiger hundert Franken pro Jahr.

Dem gegenüber steht der Aufwand einer Wiederherstellung ohne brauchbare Sicherung. In den Fällen, die wir begleitet haben, waren das mehrere Wochen Arbeit und ein Datenverlust, der sich nicht beziffern liess.

Wir nennen bewusst keine Schadenssummen aus Studien. Was zählt, ist die Frage, welche Ihrer Daten Sie neu erfassen könnten und welche unwiederbringlich wären.

Was mit einer Sicherung auf einer externen Festplatte ist

Eine Festplatte, die nach dem Lauf abgehängt wird, ist tatsächlich gut geschützt – sie ist offline und damit für einen Angreifer unerreichbar. Der Haken liegt bei der Disziplin: Jemand muss sie regelmässig anschliessen, wechseln und mitnehmen.

In der Praxis funktioniert das für einige Monate und schläft dann ein. Wir empfehlen sie deshalb nur als Ergänzung, nicht als Hauptsicherung – und immer mit einer Erinnerung, die jemandem gehört.

Wo sie eingesetzt wird, gehört sie ausser Haus, verschlüsselt und mit hinterlegtem Schlüssel an einem zweiten Ort.

Der Zusammenhang mit dem Notfallplan

Eine funktionierende Sicherung beantwortet, ob die Daten zurückkommen. Sie beantwortet nicht, wer im Ernstfall was tut, wen man anruft und wie der Betrieb in der Zwischenzeit weiterläuft.

Diese Fragen gehören in einen Notfallplan, der auf eine Seite passt und im Ernstfall auch ohne Netzwerk lesbar ist – gedruckt, nicht nur als Datei auf dem Server, den es gerade nicht gibt.

Sicherung und Notfallplan gehören zusammen. Das eine ohne das andere lässt den Betrieb im entscheidenden Moment allein.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Security & Datensicherung. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Cyber Security · Datensicherung

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Häufige Fragen

Ist eine Sicherung in die Cloud automatisch sicher?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, ob die Kopie unveränderbar abgelegt ist und ob die Zugangsdaten getrennt von der übrigen Umgebung verwaltet werden. Beides ist einstellbar, aber selten voreingestellt.

Wie lange sollten wir Sicherungen aufbewahren?

Als Anhaltspunkt: tägliche Stände zwei bis vier Wochen, wöchentliche drei bis sechs Monate, monatliche ein bis zwei Jahre. Die genaue Staffelung hängt davon ab, wie schnell Sie eine Manipulation bemerken würden.

Brauchen wir eine Sicherung, wenn alles in Microsoft 365 liegt?

Ja. Der Anbieter sorgt für die Verfügbarkeit seiner Dienste, nicht für die Wiederherstellung Ihrer versehentlich oder böswillig gelöschten Inhalte über die eingebauten Fristen hinaus. Eine eigene Sicherung von Mail, Dateien und Zusammenarbeitsbereichen gehört dazu.

Wissen Sie, ob Ihre Daten zurückkommen?

Eine Prüfung der Wiederherstellung dauert wenige Stunden und beantwortet die einzige Frage, die zählt.

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