+41 44 244 05 42info@swissitmanagement.com
DE
Cloud & Microsoft 3656 Min. Lesezeit

Ordnung in Teams und SharePoint: warum aus fünf Ablagen fünfzig werden

Am Anfang gibt es fünf Teams. Nach zwei Jahren sind es fünfzig, niemand findet mehr etwas, und die Hälfte ist verwaist. Das liegt nicht an der Software.

Kostenloses Erstgespräch
Das Wichtigste in Kürze

Zusammenarbeitsbereiche wuchern, weil jeder einen anlegen darf und niemand einen löscht. Es hilft eine einfache Regel: Wer einen Bereich anlegt, ist verantwortlich; jeder Bereich hat ein Ablaufdatum zur Überprüfung; und es gibt genau eine Stelle, an der Dateien liegen dürfen. Der Rest ist Gewöhnung.

Warum es wuchert

Ein neuer Zusammenarbeitsbereich ist in dreissig Sekunden angelegt. Das ist die grosse Stärke dieser Werkzeuge und zugleich der Grund für das Durcheinander.

Dazu kommt, dass ein Projekt endet, der Bereich aber bleibt. Und dass für dasselbe Thema mehrere Bereiche entstehen, weil niemand nachschaut, ob es schon einen gibt.

Am Ende gibt es die Kundenunterlagen an drei Orten: im Team, in einem gemeinsamen Ordner und im persönlichen Bereich der Person, die sie zuletzt bearbeitet hat. Welche Fassung gilt, weiss niemand.

Die drei Regeln, die reichen

Jeder Bereich hat eine verantwortliche Person

Nicht die Informatik, sondern jemand aus dem Fachbereich. Diese Person entscheidet über Mitglieder und darüber, ob der Bereich noch gebraucht wird.

Jeder Bereich hat ein Überprüfungsdatum

Nach zwölf Monaten kommt eine Frage an die verantwortliche Person: noch aktiv oder archivieren? Ohne Antwort wird archiviert, nicht gelöscht. Archivierte Bereiche bleiben lesbar und verschwinden aus der Übersicht.

Dateien liegen an genau einem Ort

Wenn ein Team für ein Projekt existiert, liegen die Projektdateien dort – nicht zusätzlich im allgemeinen Ordner. Das klingt banal und ist die Regel, die am häufigsten gebrochen wird.

Eine Struktur, die trägt

Wir empfehlen eine flache Aufteilung nach Zweck statt nach Abteilung, weil Abteilungen sich ändern und Zwecke seltener.

  • Betrieb – laufende Themen, die nie enden: Personal, Finanzen, Qualität, Infrastruktur
  • Kunden – ein Bereich pro Kunde oder pro Grossprojekt, mit Ablaufdatum
  • Projekte – interne Vorhaben mit Anfang und Ende
  • Allgemein – was alle betrifft: Vorlagen, Handbücher, Ankündigungen

Innerhalb der Bereiche braucht es keine tiefe Ordnerstruktur. Die Suche findet Dateien zuverlässiger als jede Verschachtelung – vorausgesetzt, die Dateien haben sprechende Namen.

Was der Umstellung im Weg steht

Der grösste Widerstand kommt nicht von der Struktur, sondern vom Verlust der gewohnten Laufwerksbuchstaben. Wer zwanzig Jahre lang „auf L" gearbeitet hat, will nicht in einem Browser suchen.

Wir richten deshalb die Synchronisation so ein, dass die wichtigsten Bereiche im gewohnten Dateiexplorer erscheinen. Die Umstellung wird dadurch spürbar kleiner.

Der zweite Punkt ist Geduld. Eine neue Struktur setzt sich über Monate durch, nicht über eine Schulung. Wir begleiten das mit kurzen Erinnerungen statt mit einem Handbuch, das niemand liest.

Aufräumen ohne Datenverlust

Vor jeder Neuordnung steht eine Auswertung: Welche Bereiche wurden in den letzten sechs Monaten überhaupt geöffnet? Diese Zahl liefert das System selbst.

Was seit sechs Monaten unberührt ist, wird archiviert. Was seit zwei Jahren unberührt ist, kommt in ein Archiv ausserhalb der täglichen Ablage – gelöscht wird nichts.

Diese Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie niemandem etwas wegnimmt. Die Erfahrung zeigt: Nach der Archivierung meldet sich in aller Regel niemand.

Der Zusammenhang mit den Berechtigungen

Jeder Zusammenarbeitsbereich bringt eigene Berechtigungen mit. Wer fünfzig Bereiche hat, hat fünfzig Berechtigungssätze – und keinen Überblick.

Das ist der eigentliche Grund, warum Ordnung hier mehr ist als Kosmetik. Eine übersichtliche Struktur ist die Voraussetzung dafür, dass man überhaupt sagen kann, wer auf was Zugriff hat.

Wer beides zusammen angeht – Struktur und Berechtigungen – spart die Hälfte der Arbeit.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Cloud & Microsoft 365. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Cloud-Lösungen · Microsoft 365

Weitere Beiträge aus diesem Cluster

Häufige Fragen

Sollen wir den Dateiserver behalten oder alles verschieben?

Beides kann richtig sein. Entscheidend ist, dass eine Datei nicht an zwei Orten liegt. Der häufigste Fehler ist der Parallelbetrieb ohne klare Regel, welcher Ort gilt.

Wer darf neue Bereiche anlegen?

Am besten alle, aber mit Verantwortung. Ein Genehmigungsverfahren bremst die Zusammenarbeit und wird umgangen. Wichtiger als die Kontrolle beim Anlegen ist die regelmässige Überprüfung.

Wie lange dauert eine Neuordnung?

Die Struktur ist in ein bis zwei Tagen entworfen. Bis sie im Alltag gelebt wird, vergehen drei bis sechs Monate. Ohne Begleitung in dieser Zeit fällt die alte Gewohnheit zurück.

Cloud ja, aber wie weit?

Wir rechnen Ihnen beide Wege durch – mit Ihren Zahlen, nicht mit Beispielwerten.

Kostenloses Erstgespräch