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Server oder Cloud: die Rechnung, die wir mit jedem Kunden aufmachen

Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Sie lässt sich aber ausrechnen – wenn man alle Posten aufschreibt und nicht nur die, die für die eigene Antwort sprechen.

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Das Wichtigste in Kürze

Eigener Server und Cloud kosten über fünf Jahre oft ähnlich viel. Der Unterschied liegt woanders: bei der Bindung, bei der Verfügbarkeit von Fachpersonal und bei der Frage, wie gut Ihre Internetleitung ist. Ein Planungsbüro, das wir begleitet haben, ist nach dieser Rechnung beim eigenen Server geblieben.

Die Posten, die beide Seiten haben

Ein fairer Vergleich rechnet über fünf Jahre und nimmt alle Kosten auf, nicht nur die sichtbaren.

  • Eigener Server: Anschaffung, Betriebssystem- und Serverlizenzen, Wartungsvertrag, Strom und Kühlung, Sicherungssystem, Arbeitszeit für Betrieb und Aktualisierung, Ersatz nach fünf Jahren.
  • Cloud: monatliche Gebühren pro Benutzer und Dienst, Speicherplatz über dem Inbegriffenen, Migrationsaufwand einmalig, Sicherung der Cloud-Inhalte, allenfalls stärkere Internetanbindung, Arbeitszeit für Verwaltung.

Zwei Posten werden regelmässig vergessen. Auf der Serverseite die Arbeitszeit – ein Server betreut sich nicht selbst. Auf der Cloudseite die Sicherung – sie ist nicht enthalten und kostet zusätzlich.

Was den Ausschlag gibt

In den meisten Rechnungen liegen die beiden Wege über fünf Jahre erstaunlich nahe beieinander. Entschieden wird deshalb an anderen Stellen.

Wie gut ist Ihre Internetleitung?

In der Cloud arbeitet niemand ohne Internet. Wo nur eine schwache Leitung verfügbar ist und keine zweite als Rückfall existiert, ist die Cloud ein Risiko, das sich nicht wegrechnen lässt.

Wie gross sind Ihre Dateien?

Ein Architektur- oder Planungsbüro arbeitet mit Plänen von mehreren hundert Megabyte. Diese über eine Internetleitung zu öffnen, ist ein anderes Erlebnis als über ein lokales Netzwerk.

Wie viel Bindung wollen Sie?

Ein Server ist Ihr Eigentum. Ein Cloud-Abonnement ist eine laufende Abhängigkeit mit Preisen, die der Anbieter ändern kann. Umgekehrt ist ein fünf Jahre alter Server ein Klumpenrisiko, das genau dann ausfällt, wenn niemand Zeit hat.

Der Fall, in dem der Server blieb

Ein Planungsbüro mit achtzehn Arbeitsplätzen wollte in die Cloud, weil es „alle machen". Wir haben gerechnet und beide Wege durchgespielt.

Über fünf Jahre lag die Cloud rund acht Prozent höher – innerhalb der Ungenauigkeit, also kein Argument. Den Ausschlag gab die Arbeitsweise: Die Planungssoftware arbeitet mit grossen Dateien, die mehrere Personen gleichzeitig öffnen. Über die vorhandene Leitung wäre das spürbar langsamer geworden.

Das Ergebnis war ein Mittelweg: Mail, Kalender und Zusammenarbeit in die Cloud, Pläne und Projektdaten auf einem neuen Server im Haus, Sicherung in die Cloud. Der Betrieb hat nichts gekauft, was er nicht braucht – und wir haben an dem Projekt weniger verdient, als wenn wir alles umgestellt hätten.

Die Mischform ist häufiger als beide Reinformen

In der Praxis landen die meisten Betriebe zwischen den Polen. Mail und Zusammenarbeit sind in der Cloud fast immer die bessere Wahl: Sie sind von überall nutzbar, brauchen wenig Bandbreite und der Betrieb eines eigenen Mailservers lohnt sich für kaum jemanden mehr.

Dateien und Fachanwendungen dagegen hängen an der konkreten Arbeitsweise. Wer viel unterwegs ist, gewinnt mit der Cloud. Wer mit grossen Dateien am selben Ort arbeitet, verliert.

Diese Aufteilung erlaubt zudem, in Etappen vorzugehen. Man muss nicht alles auf einmal entscheiden.

Was wir bei der Rechnung nicht tun

Wir setzen keine Ausfallkosten ein, die wir nicht belegen können. Zahlen wie „eine Stunde Stillstand kostet Sie X Franken" stammen aus Studien mit ganz anderen Betrieben und dienen meist dem Verkauf.

Stattdessen fragen wir konkret: Was passiert bei Ihnen, wenn am Dienstagvormittag nichts geht? In manchen Betrieben wird dann telefoniert und aufgeräumt, in anderen steht eine Produktion still. Diese Antwort ist brauchbar, eine Studienzahl nicht.

Ebenso wenig rechnen wir mit Preisen, die nur im ersten Jahr gelten. Rabatte auf Cloud-Abonnements laufen aus, und die Rechnung soll auch im vierten Jahr noch stimmen.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Cloud & Microsoft 365. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Cloud-Lösungen · Microsoft 365

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Häufige Fragen

Ist die Cloud sicherer als ein eigener Server?

Die Infrastruktur grosser Anbieter ist besser geschützt als ein Serverschrank im Nebenzimmer. Der häufigste Schaden entsteht aber nicht dort, sondern über übernommene Konten – und dagegen hilft an beiden Orten dasselbe: Zweitfaktor, saubere Berechtigungen, geprüfte Sicherung.

Was passiert mit unseren Daten, wenn wir den Anbieter wechseln wollen?

Die gängigen Anbieter erlauben den Export. Aufwendig wird es bei allem, was über reine Dateien hinausgeht – Berechtigungen, Verläufe, Verknüpfungen. Fragen Sie vor dem Einstieg nach dem Ausstieg, nicht danach.

Rechnet sich ein eigener Server für zehn Arbeitsplätze noch?

Selten, wenn es nur um Dateien und Mail geht. Öfter, wenn eine Fachanwendung zwingend einen Server im Haus braucht. Genau das ist meist der eigentliche Grund, und dann geht es nicht um Cloud oder Server, sondern um diese eine Anwendung.

Cloud ja, aber wie weit?

Wir rechnen Ihnen beide Wege durch – mit Ihren Zahlen, nicht mit Beispielwerten.

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