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Cloud & Microsoft 3657 Min. Lesezeit

Umstieg auf Microsoft 365 ohne Stillstand: der Ablauf über ein Wochenende

Ein Umstieg auf Microsoft 365 scheitert selten an der Technik. Er scheitert an den Dingen, an die vorher niemand gedacht hat – und die alle am Montagmorgen gleichzeitig auffallen.

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Das Wichtigste in Kürze

Die Migration selbst dauert ein Wochenende. Die Vorbereitung dauert drei bis vier Wochen und entscheidet über das Ergebnis. Kritisch sind vier Punkte: vollständige Postfachdaten, geklärte Freigabestruktur, geprüfte Fachanwendungen und eine Belegschaft, die weiss, was sich am Montag ändert.

Was vor dem Wochenende passieren muss

Die eigentliche Umstellung ist der kürzeste Teil. Davor liegt die Arbeit, die niemand sieht.

  • Bestandsaufnahme der Postfächer. Grösse, Anzahl, geteilte Postfächer, Verteiler, Weiterleitungen, Kalenderfreigaben. Gerade Verteiler und Freigaben werden regelmässig übersehen.
  • Prüfung der Fachanwendungen. Welche Programme versenden Mail, welche greifen auf Dateiablagen zu, welche brauchen einen Laufwerksbuchstaben? Jede Antwort kann ein eigenes kleines Projekt sein.
  • Domain und Absenderprüfung. SPF, DKIM und DMARC müssen vor der Umstellung passen, sonst landen die ersten Mails nach dem Umzug im Spam.
  • Entscheid über die Dateiablage. Bleibt der Dateiserver, kommt alles nach SharePoint, oder wird es eine Mischform? Diese Frage ist die aufwendigste und gehört nicht ans Ende.

Wir arbeiten diese Punkte in drei bis vier Wochen ab und führen dabei eine Liste der offenen Fragen, die beim Kunden liegen. Erst wenn diese leer ist, wird ein Termin gesetzt.

Der Ablauf am Wochenende

Freitagabend nach Arbeitsschluss beginnt die letzte Übertragung. Die Postfachdaten sind zu diesem Zeitpunkt bereits zu 95 Prozent kopiert – synchronisiert wird nur noch, was seit dem letzten Lauf dazugekommen ist.

Samstagmorgen wird der Mailfluss umgestellt. Ab diesem Moment kommen neue Nachrichten in der neuen Umgebung an. Danach folgen Dateien, Berechtigungen und die Einrichtung der Arbeitsplätze.

Sonntag ist Prüftag. Wir gehen jeden Arbeitsplatz durch: Anmeldung, Postfach, Kalender, gemeinsame Ablagen, Drucker, Fachanwendung. Was nicht funktioniert, wird am Sonntag gefunden und nicht am Montag von der Belegschaft.

Am Montagmorgen sind wir vor Ort. Nicht weil wir Probleme erwarten, sondern weil die Fragen kommen – wo ist mein Ordner, warum sieht das anders aus, wie füge ich den Kalender hinzu.

Die vier Dinge, die am Montag auffallen

Verknüpfungen und Favoriten

Gespeicherte Verknüpfungen auf Netzlaufwerke funktionieren nach dem Umzug nicht mehr. Wir bereiten deshalb neue Verknüpfungen vor und legen sie auf den Arbeitsplätzen ab, bevor jemand danach sucht.

Signaturen

Mailsignaturen werden lokal gespeichert und ziehen nicht automatisch mit. Sie zentral neu auszurollen ist ohnehin sinnvoll – dann sehen sie zum ersten Mal seit Jahren wieder einheitlich aus.

Geräte, die Mail versenden

Multifunktionsdrucker, Zeiterfassung, Alarmanlagen: Alles, was scannt oder meldet, versendet über einen Mailserver. Diese Geräte melden sich nicht, sie hören einfach auf zu funktionieren.

Externe Freigaben

Links auf Dateien, die man Kunden geschickt hat, zeigen ins Leere. Wo das geschäftskritisch ist, richten wir eine Weiterleitung ein.

Wann ein Wochenende nicht reicht

Ab etwa hundert Postfächern oder bei sehr grossen Dateimengen wird die Umstellung in Etappen sinnvoller: erst Mail, einige Wochen später die Dateien. Das verlängert die Übergangszeit, senkt aber das Risiko pro Schritt.

Auch bei mehreren Standorten mit unterschiedlichen Internetanbindungen empfiehlt sich die Staffelung. Der Standort mit der schwächsten Leitung bestimmt sonst das Tempo für alle.

Was hingegen fast nie funktioniert, ist der Parallelbetrieb von altem und neuem Mailsystem über Wochen. Nachrichten landen dann mal hier, mal dort, und niemand weiss mehr, wo gesucht werden muss.

Was der Umstieg nicht löst

Eine unordentliche Dateiablage wird durch den Umzug nicht ordentlich. Sie wird nur eine unordentliche Ablage an einem anderen Ort – mit dem Unterschied, dass Suchfunktionen und Berechtigungen anders funktionieren.

Wir empfehlen deshalb, vor der Migration eine grobe Aufräumrunde einzuplanen: Was seit Jahren niemand geöffnet hat, wandert in ein Archiv und wird nicht mitgenommen. Das spart Übertragungszeit und Lizenzkosten.

Ebenfalls nicht gelöst: fehlende Sicherung. Microsoft sorgt für die Verfügbarkeit des Dienstes, nicht für die Wiederherstellung Ihrer gelöschten Inhalte nach Ablauf der eingebauten Fristen.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Cloud & Microsoft 365. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Cloud-Lösungen · Microsoft 365

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Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Migration insgesamt?

Von der ersten Bestandsaufnahme bis zum ruhigen Betrieb rechnen wir bei einem Betrieb mittlerer Grösse mit sechs bis acht Wochen. Die eigentliche Umstellung ist davon ein Wochenende.

Gehen dabei Mails verloren?

Nein, wenn die Übertragung vorgängig läuft und am Umstellungstag nur noch die Differenz synchronisiert wird. Die alte Umgebung bleibt zudem einige Wochen lesbar, bis alle Zweifel ausgeräumt sind.

Können wir unseren Dateiserver behalten?

Ja. Viele Betriebe fahren gut mit Mail und Zusammenarbeit in der Cloud und Dateien im Haus. Was sinnvoll ist, hängt davon ab, wie oft von unterwegs gearbeitet wird und wie gross die Dateien sind.

Cloud ja, aber wie weit?

Wir rechnen Ihnen beide Wege durch – mit Ihren Zahlen, nicht mit Beispielwerten.

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