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Infrastruktur & Netzwerk5 Min. Lesezeit

Kein grösseres Abo nötig: wie ein Switch das langsame Netzwerk erklärte

„Das Internet ist langsam" ist die häufigste Meldung und fast nie die richtige Beschreibung. In einem Fall lag die Ursache an einem Anschluss, der seit Jahren mit einem Hundertstel der möglichen Geschwindigkeit lief.

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Das Wichtigste in Kürze

Bevor ein grösseres Abo bestellt wird, lohnt sich eine halbe Stunde Messung. In dem beschriebenen Fall war ein defektes Kabel schuld, das die Verbindung auf 100 Mbit statt 1 Gbit zwang – für alle Arbeitsplätze im betroffenen Stockwerk. Kosten der Behebung: ein Kabel.

Warum die Meldung fast immer falsch benannt ist

Was Anwenderinnen und Anwender als „langsames Internet" erleben, kann an sehr unterschiedlichen Stellen entstehen: an der Internetleitung, im lokalen Netzwerk, am Server, in der Fachanwendung oder am eigenen Gerät.

Die Internetleitung ist dabei erfahrungsgemäss am seltensten die Ursache – und die einzige, für die man ein teureres Abonnement bestellen kann. Deshalb wird sie zuerst gewechselt.

Die Unterscheidung ist einfach: Ist eine Datei vom Server im Haus genauso langsam wie eine aus dem Internet, liegt es nicht an der Leitung.

Der konkrete Fall

Ein Betrieb mit zwei Stockwerken meldete, dass im oberen Stock alles zäh sei. Das Abonnement war kurz zuvor verdoppelt worden, ohne Wirkung.

Die Messung zeigte: Die Verbindung zwischen den beiden Stockwerken lief mit 100 Mbit statt der möglichen 1 Gbit. Alle Arbeitsplätze oben teilten sich diese Verbindung.

Ursache war ein beschädigtes Kabel im Steigzonenschacht – vermutlich beim Einziehen einer anderen Leitung eingeklemmt. Die Netzwerkgeräte hatten die Geschwindigkeit automatisch reduziert, statt einen Fehler zu melden. Genau das ist ihre Aufgabe, und genau deshalb fällt es niemandem auf.

Behoben mit einem neuen Kabel. Das grössere Abonnement wurde wieder gekündigt.

Wie man die Ursache selbst eingrenzt

  • Ist es überall oder nur an einem Ort? Nur ein Stockwerk oder ein Raum deutet auf Verkabelung oder einen Switch.
  • Ist es über Kabel und Funk gleich? Nur im WLAN deutet auf Funkprobleme, beides gleich auf das Netzwerk dahinter.
  • Ist es bei einer bestimmten Anwendung? Dann liegt es meist nicht am Netzwerk, sondern an der Anwendung oder am Server.
  • Ist es zu bestimmten Zeiten? Regelmässige Einbrüche deuten auf Sicherungsläufe oder Aktualisierungen im Hintergrund.

Diese vier Fragen grenzen die Ursache in den meisten Fällen auf einen Bereich ein, und zwar ohne Messgerät.

Was eine Überwachung erspart

Netzwerkgeräte melden ihre Verbindungsgeschwindigkeit und ihre Fehlerzähler. Wer diese Werte laufend ausliest, sieht solche Probleme, bevor jemand anruft.

Wir richten das bei betreuten Kunden standardmässig ein. Der Aufwand ist einmalig, und die Meldung „Verbindung ist auf 100 Mbit gefallen" kommt dann bei uns an und nicht als Beschwerde über langsames Internet.

Dasselbe gilt für Festplatten, die Fehler melden, und für Netzteile in Servern, von denen eines ausgefallen ist. Beides passiert häufiger, als man denkt, und wird ohne Überwachung erst beim zweiten Ausfall bemerkt.

Wann ein grösseres Abonnement doch richtig ist

Wenn viele Personen gleichzeitig Videokonferenzen führen, wenn grosse Datenmengen in die Cloud gesichert werden oder wenn die Fachanwendung selbst in der Cloud läuft, kann die Leitung tatsächlich der Engpass sein.

Wichtig ist dann die Unterscheidung zwischen Herunter- und Heraufladen. Für Sicherungen und Videokonferenzen zählt vor allem die Geschwindigkeit nach oben, und die ist bei vielen Angeboten deutlich kleiner.

Eine Messung über einige Tage zeigt, ob die Leitung tatsächlich ausgelastet ist. Erst danach ist die Bestellung eine Entscheidung und keine Vermutung.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Infrastruktur & Netzwerk. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Infrastruktur & Services · Netzwerktechnik & WLAN · Telefonanlage · IT-Umzug & Rollout

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Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Ursachensuche?

Meist zwei bis vier Stunden. Der grösste Teil davon ist Messen an verschiedenen Stellen; die Behebung selbst ist oft in Minuten erledigt.

Können wir vorher selbst etwas prüfen?

Ja: Notieren Sie, wo, wann und bei welcher Tätigkeit es langsam ist. Diese drei Angaben sparen uns die Hälfte der Suche.

Lohnt sich eine dauerhafte Überwachung für einen kleinen Betrieb?

Ab etwa zehn Arbeitsplätzen ja. Sie kostet wenig, weil sie auf vorhandener Hardware läuft, und verwandelt einen Ausfall in eine Meldung vorher.

Läuft Ihr Netzwerk oder halten Sie es am Laufen?

Eine Messung vor Ort zeigt in wenigen Stunden, wo die Ursache wirklich liegt.

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