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Security & Datensicherung7 Min. Lesezeit

Probe aufs Exempel: warum keine Gemeinde zu klein für einen Angriff ist

Vier Sätze fallen in Gesprächen mit Gemeinden und Verwaltungen immer wieder. Alle vier klingen vernünftig, keiner hält der Nachprüfung stand – und genau dafür gibt es die Cyber Security Probe.

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Das Wichtigste in Kürze

Wir hören regelmässig, eine Gemeinde sei zu klein, eine Stadt zu unbekannt oder das Rechenzentrum sei ohnehin zuständig. Angriffe laufen heute automatisiert und suchen nicht nach Namen, sondern nach offenen Türen. Die Cyber Security Probe prüft in einem Tag, wovon die Sicherheit einer Verwaltung tatsächlich abhängt – und bindet dafür vier Stunden der verantwortlichen Personen.

Die vier Sätze

Sie fallen fast wörtlich gleich, quer durch Kantone und Gemeindegrössen:

  • „Unsere Gemeinde ist viel zu klein, um für Kriminelle interessant zu sein.“
  • „Unsere Stadt ist zu unbekannt.“
  • „Wir haben die IT an ein Rechenzentrum ausgelagert – damit sind die zuständig.“
  • „Unser Kanton ist gut geschützt.“

Hinter allen vier steht dieselbe Annahme: dass ein Angriff eine Entscheidung ist, die jemand über ein bestimmtes Ziel trifft. Das war einmal so. Heute ist es nicht mehr so.

Warum Grösse und Bekanntheit nichts schützen

Der weit überwiegende Teil der Angriffe beginnt ohne Ziel. Automatisierte Werkzeuge durchsuchen Adressbereiche nach erreichbaren Diensten, veralteten Versionen und offenen Zugängen. Was sie finden, landet in einer Liste. Erst danach schaut ein Mensch darauf – und der sieht keine Gemeinde mit dreitausend Einwohnern, sondern einen Zugang, der offensteht.

Für Verwaltungen kommt ein zweiter Punkt dazu: Sie halten Daten, die sich nicht ersetzen lassen, und sie können ihren Betrieb nicht einfach eine Woche einstellen. Genau diese Kombination macht sie für Erpressung attraktiv – unabhängig von der Einwohnerzahl.

Kleine Verwaltungen sind zudem selten schlechter ausgerüstet, aber fast immer dünner besetzt. Wenn die Person, die sich um die IT kümmert, das neben vier anderen Aufgaben tut, bleibt weniger Zeit für das, was nur regelmässig wirkt.

Was die Auslagerung wirklich abdeckt

Ein Rechenzentrum übernimmt den Betrieb der Technik: Strom, Kühlung, Netz, Hardware, oft auch Betriebssystem und Sicherung. Das erhöht die technische Sicherheit nachweislich, und wer ausgelagert hat, hat in diesem Bereich meist einen besseren Stand als vorher.

Nicht mit ausgelagert werden die Zugänge, die Berechtigungen und die Menschen. Wer sich anmelden darf, wer welche Ordner sieht, wer auf eine gut gemachte Mail antwortet – das bleibt in der Verwaltung. Und dort passieren die meisten erfolgreichen Angriffe.

Der Vertrag mit dem Rechenzentrum sagt das auch. Er liest sich nur selten so, wie er verstanden wird.

Die Probe aufs Exempel

Statt darüber zu diskutieren, prüfen wir es. Die Cyber Security Probe läuft an einem Tag und bindet vier Stunden der verantwortlichen Personen. Geprüft wird in vier Richtungen:

  • Was von aussen erreichbar ist – Dienste, Zugänge, Fernwartung, veröffentlichte Adressen
  • Wer welche Rechte hat – Konten ohne Besitzer, Administratorrechte im Alltag, ausgeschiedene Mitarbeitende
  • Wie der Faktor Mensch reagiert – eine kontrollierte, vorher vereinbarte Probe mit einer realistischen Nachricht
  • Ob der Betrieb zurückkommt – Stichprobe auf die Sicherung und die Wiederherstellung

Am Ende steht kein Gutachten mit hundert Seiten, sondern eine Liste: was gefunden wurde, wie schwer es wiegt, was sofort behoben gehört und was geplant werden kann.

Warum der Faktor Mensch kein Vorwurf ist

Die Formulierung vom „schwächsten Glied“ ist verbreitet und unglücklich. Sie schiebt die Verantwortung dorthin, wo am wenigsten Mittel liegen: zur einzelnen Sachbearbeiterin, die zwischen zwei Terminen eine Mail öffnet.

Wer eine Probe durchführt, um Schuldige zu finden, bekommt beim nächsten Mal keine Meldungen mehr. Deshalb werten wir Ergebnisse nie personenbezogen aus. Es zählt die Quote, nicht der Name – und die Quote ist eine Aussage über die Technik und die Abläufe, nicht über die Menschen.

Wirksam sind Massnahmen, die nicht auf Aufmerksamkeit angewiesen sind: Zwei-Faktor-Anmeldung, gesperrte Makros, sichtbare Kennzeichnung externer Absender, eine Meldestelle, die in zehn Sekunden erreichbar ist.

Was Verwaltungen aus der Probe meistens mitnehmen

Drei Befunde kehren fast immer wieder. Konten von Personen, die seit Monaten nicht mehr da sind und weiter gültig sind. Administratorrechte im täglichen Arbeitskonto, weil es vor Jahren einmal nötig war. Und eine Fernwartung, die jemand für einen Einsatz geöffnet und danach nicht geschlossen hat.

Alle drei sind ohne Investition zu beheben. Sie fallen nur niemandem auf, solange niemand systematisch hinsieht.

Der vierte Befund ist unangenehmer und betrifft die Sicherung: Sie läuft, aber die Rückspielung wurde nie geprobt. Was das bedeutet, haben wir an anderer Stelle beschrieben.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Security & Datensicherung. Vollständig behandeln wir das Thema hier: Cyber Security · Datensicherung

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Häufige Fragen

Wie viel Aufwand entsteht in der Verwaltung?

Rund vier Stunden für die verantwortlichen Personen, verteilt über einen Tag. Der übrige Aufwand liegt bei uns. Der laufende Betrieb wird nicht unterbrochen.

Erfahren die Mitarbeitenden, dass geprüft wird?

Die Leitung weiss es und gibt die Probe frei. Die Auswertung erfolgt ausschliesslich in Summen, nie personenbezogen – das ist Voraussetzung dafür, dass die Probe überhaupt etwas aussagt.

Wir haben unsere IT ausgelagert. Bringt eine Probe dann noch etwas?

Gerade dann. Die Probe zeigt sauber, welcher Teil vom Dienstleister abgedeckt ist und welcher in der Verwaltung liegt. Diese Grenze ist in den seltensten Fällen dort, wo sie vermutet wird.

Was passiert mit den Befunden?

Sie gehen als geordnete Liste an die Leitung – mit Gewichtung und Aufwandschätzung. Was sofort behoben werden kann, beheben wir auf Wunsch direkt. Alles andere wird planbar.

Wissen Sie, ob Sie sicher sind?

Ein Tag Prüfung beantwortet die Frage, über die sonst nur gemutmasst wird.

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