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Reaktionszeit, Wartungsfenster, Erreichbarkeit: was die Angaben wirklich bedeuten

Zwischen „wir sind rund um die Uhr erreichbar" und „wir arbeiten rund um die Uhr" liegt ein Vertrag. Ein paar Begriffe zu kennen, spart hinterher viel Ärger.

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Das Wichtigste in Kürze

Reaktionszeit ist die Zeit bis zur Rückmeldung, nicht bis zur Lösung. Servicezeit sagt, wann diese Uhr überhaupt läuft. Wartungsfenster sind geplante Unterbrüche. Und Erreichbarkeit ausserhalb der Bürozeiten kostet immer extra – die Frage ist nur, ob Sie sie brauchen.

Die vier Begriffe, die zählen

In fast jedem Servicevertrag stehen dieselben vier Grössen, oft unter unterschiedlichen Namen. Wer sie auseinanderhält, kann Offerten überhaupt erst vergleichen.

  • Servicezeit – die Stunden, in denen der Support arbeitet. Meist Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr.
  • Reaktionszeit – wie schnell sich jemand meldet und mit der Bearbeitung beginnt.
  • Wiederherstellungszeit – wie lange es bis zur Lösung dauern darf. Steht seltener drin und ist nur für klar abgegrenzte Fälle sinnvoll.
  • Wartungsfenster – geplante Zeiten, in denen Systeme absichtlich nicht verfügbar sind.

Eine Reaktionszeit von vier Stunden bei einer Servicezeit von 8 bis 17 Uhr bedeutet: Wer um 16 Uhr meldet, hört am nächsten Morgen. Das ist korrekt und wird trotzdem oft anders verstanden.

Welche Zeit Ihr Betrieb wirklich braucht

Die ehrlichste Frage lautet nicht, wie schnell jemand reagieren soll, sondern was ein Stillstand kostet. In einer Anwaltskanzlei mit sechs Personen sind zwei Stunden Ausfall ärgerlich. In einem Produktionsbetrieb, dessen Maschinen an einem Server hängen, sind sie teuer.

Für den ersten Fall reicht eine Servicezeit während der Bürozeiten mit vier Stunden Reaktionszeit. Für den zweiten braucht es eine Nummer, die auch am Samstag jemanden erreicht – und dafür bezahlt man eine Bereitschaft, unabhängig davon, ob sie beansprucht wird.

Die teuerste Variante ist die unklare: eine Erwartung an Erreichbarkeit, die nie vereinbart wurde. Dann ist im Ernstfall niemand da, und niemand hat etwas falsch gemacht.

Wartungsfenster: lieber angekündigt als überraschend

Updates, Neustarts und Umstellungen brauchen Zeiten, in denen Systeme nicht verfügbar sind. Wer diese Zeiten festlegt, verhindert, dass sie zufällig im ungünstigsten Moment liegen.

Wir vereinbaren mit den meisten Kunden ein festes Fenster ausserhalb der Arbeitszeiten, typischerweise am frühen Abend oder in den Randstunden. Wichtig ist weniger die genaue Lage als die Ankündigung: Wer weiss, dass am Donnerstagabend etwas passiert, ruft am Freitagmorgen nicht wegen einer geänderten Anmeldemaske an.

Ausgenommen bleiben Sicherheitsaktualisierungen, die keinen Aufschub dulden. Auch das gehört in den Vertrag.

Was Verfügbarkeit in Prozent bedeutet

Manche Verträge nennen eine Verfügbarkeit von 99,5 oder 99,9 Prozent. Das klingt beruhigend, ist aber nur mit einer Bezugsgrösse aussagekräftig. 99,5 Prozent bezogen auf ein ganzes Jahr erlauben rund 44 Stunden Ausfall, bezogen auf die Servicezeiten deutlich weniger.

Für die meisten KMU ist diese Kennzahl ohnehin zweitrangig. Sie beschreibt eine Infrastruktur, die der Anbieter selbst betreibt – bei Systemen im eigenen Haus hängt die Verfügbarkeit an Ihrer Hardware, Ihrer Stromversorgung und Ihrem Internetanschluss, nicht am Vertrag.

Wo die Zahl zählt, ist bei Diensten aus der Cloud. Dort ist sie Teil des Angebots des Anbieters und lässt sich vergleichen.

Der Punkt, den man leicht vergisst: die Meldewege

Eine gute Reaktionszeit nützt nichts, wenn die Meldung nicht ankommt. Legen Sie fest, auf welchem Weg Störungen gemeldet werden und wer das darf.

Wir empfehlen zwei Kanäle und nicht mehr: eine Telefonnummer für alles Dringende und eine Mailadresse für den Rest. Meldungen über persönliche Handynummern einzelner Techniker sind bequem und der häufigste Grund, warum ein Fall liegen bleibt, wenn jemand in den Ferien ist.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster IT-Support & Managed Services. Vollständig behandeln wir das Thema hier: IT-Support · Managed IT Services

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Häufige Fragen

Ist eine kurze Reaktionszeit immer besser?

Nein, sie kostet und bindet Personal. Sinnvoll ist die kürzeste Zeit für die Fälle, in denen der Betrieb wirklich stillsteht – und eine längere für alles andere. Eine pauschal kurze Zeit für alles ist teuer und selten nötig.

Was passiert, wenn die vereinbarte Zeit nicht eingehalten wird?

In den meisten KMU-Verträgen gar nichts Formales; Konventionalstrafen sind unüblich und in der Praxis schwer durchzusetzen. Wichtiger ist, dass Verstösse dokumentiert und im Quartalsgespräch angesprochen werden.

Brauchen wir eine Erreichbarkeit am Wochenende?

Nur wenn am Wochenende gearbeitet wird oder Systeme laufen, deren Ausfall bis Montag nicht wartet. Fragen Sie sich konkret, was passiert, wenn am Samstagmorgen der Server steht – wenn die Antwort „dann machen wir am Montag weiter" lautet, brauchen Sie keine Bereitschaft.

Läuft Ihr Support so, wie er sollte?

Wir schauen uns Ihre Tickets der letzten Monate an und sagen Ihnen, wo die Zeit hingeht.

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