+41 44 244 05 42info@swissitmanagement.com
DE
IT-Support & Managed Services6 Min. Lesezeit

Wenn die IT nebenbei läuft: welche Aufgaben man zuerst abgeben sollte

In den meisten Betrieben unter fünfzig Personen gibt es keine IT-Abteilung, sondern jemanden, der sich auskennt. Das funktioniert erstaunlich lange – und wird an einer bestimmten Stelle gefährlich.

Kostenloses Erstgespräch
Das Wichtigste in Kürze

Nicht alles muss abgegeben werden. Weg sollten zuerst die Aufgaben, bei denen Wissen fehlt, Zeitdruck herrscht oder ein Fehler teuer wird: Sicherung und Wiederherstellung, Berechtigungen, Sicherheitsaktualisierungen und die Dokumentation. Anwenderfragen kann die interne Person oft besser lösen als jeder Externe.

Warum es lange gutgeht

Die Person, die im Betrieb die IT nebenbei macht, hat einen unschlagbaren Vorteil: Sie kennt die Abläufe. Sie weiss, welche Datei wichtig ist, wer mit wem zusammenarbeitet und dass die Offertvorlage anders behandelt werden muss als der Rest.

Deshalb löst sie viele Alltagsfragen schneller als ein externer Support, der die Umgebung nur technisch kennt. Diese Stärke sollte man nicht wegorganisieren.

Das Problem liegt woanders: bei den Aufgaben, die selten vorkommen, aber Fachwissen brauchen – und bei denen, die niemand vermisst, solange nichts passiert.

Die vier Aufgaben, die zuerst weg sollten

Sicherung und Wiederherstellung

Eine Sicherung einzurichten ist einfach. Zu prüfen, ob sie im Ernstfall vollständig zurückkommt, ist es nicht. Das ist die Aufgabe mit dem grössten Schadenpotenzial und der geringsten Sichtbarkeit im Alltag.

Berechtigungen

Wer darf welche Ordner sehen? Was passiert, wenn jemand die Abteilung wechselt oder den Betrieb verlässt? Berechtigungen wachsen unbemerkt und werden fast nie zurückgenommen. Nach einigen Jahren sieht meist jeder alles.

Sicherheitsaktualisierungen

Updates einzuspielen ist Routine – bis eines eine Fachanwendung lahmlegt. Wer das nebenbei macht, spielt entweder gar nichts ein oder alles sofort. Beides ist falsch.

Dokumentation

Was wo läuft, welche Verträge bestehen, wie die Systeme zusammenhängen. Diese Information existiert in jedem Betrieb – meist im Kopf einer Person. Das ist kein Vorwurf, sondern ein Risiko.

Was intern bleiben darf

Anwenderfragen, kleine Umzüge am Arbeitsplatz, das Anschliessen eines Bildschirms, die Erklärung einer Funktion – all das ist bei einer internen Person gut aufgehoben und meist auch günstiger.

Wir unterstützen solche Kolleginnen und Kollegen gern mit einem festen Ansprechpartner, den sie direkt anrufen können, statt über die allgemeine Nummer zu gehen. Das kostet uns wenig und spart beiden Seiten viel.

Sinnvoll ist zudem eine klare Grenze: bis wohin selbst probieren, ab wann melden. Wir setzen diese Grenze meist bei dreissig Minuten. Wer länger sucht, ruft an.

Der Test mit den zwei Wochen

Eine einfache Prüfung: Stellen Sie sich vor, die Person, die Ihre IT nebenbei betreut, wäre zwei Wochen nicht erreichbar – Ferien, Krankheit, Wechsel. Was würde in diesen zwei Wochen liegen bleiben, und wer wüsste, wo anzufangen ist?

Was Sie auf diese Frage nicht beantworten können, ist der Teil, der dokumentiert oder abgegeben gehört. Erfahrungsgemäss sind das drei bis fünf Dinge, und keines davon ist der Anwendersupport.

Wir machen diese Übung im Erstgespräch regelmässig. Sie dauert zwanzig Minuten und ist meistens erhellender als jede technische Bestandsaufnahme.

Wie eine Übergabe abläuft, ohne dass jemand vor den Kopf gestossen wird

Die heikelste Frage ist selten technisch. Wer bisher die IT gemacht hat, kann eine Übergabe als Misstrauensvotum erleben – gerade wenn sie gut gelaufen ist.

Wir gehen deshalb umgekehrt vor: Die interne Person bleibt der erste Ansprechpartner für die Belegschaft und bekommt einen direkten Draht zu uns für alles, was sie nicht selbst lösen will. Abgegeben werden nur die Aufgaben aus dem Hintergrund, die ohnehin niemand sieht.

In den meisten Fällen ist das eine Entlastung, die willkommen ist. Wer die IT nebenbei macht, hat schliesslich noch einen anderen Beruf.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster IT-Support & Managed Services. Vollständig behandeln wir das Thema hier: IT-Support · Managed IT Services

Weitere Beiträge aus diesem Cluster

Häufige Fragen

Verliert unsere interne Person dadurch ihre Aufgabe?

In aller Regel nicht. Sie bleibt Ansprechpartner für die Belegschaft und gewinnt Zeit für das, was sie eigentlich tun soll. Abgegeben werden die Hintergrundaufgaben, nicht die Nähe zu den Kolleginnen und Kollegen.

Können wir zuerst nur die Sicherung abgeben?

Ja, das ist sogar der häufigste Einstieg. Eine Prüfung der bestehenden Sicherung dauert wenige Stunden und beantwortet die wichtigste Frage: Kommen die Daten zurück, wenn es darauf ankommt?

Was, wenn wir gar nicht wissen, was alles läuft?

Dann fangen wir damit an. Eine Bestandsaufnahme von Geräten, Diensten, Verträgen und Zugängen ist bei einem mittleren Betrieb in ein bis zwei Tagen gemacht und danach für Jahre nützlich.

Läuft Ihr Support so, wie er sollte?

Wir schauen uns Ihre Tickets der letzten Monate an und sagen Ihnen, wo die Zeit hingeht.

Kostenloses Erstgespräch