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Künstliche Intelligenz7 Min. Lesezeit

Drei Aufgaben, bei denen sich KI rechnet, und drei, bei denen sie es nicht tut

Zwischen Begeisterung und Ernüchterung liegt beim Thema KI im Unternehmen eine einzige Frage: Eignet sich diese Arbeit überhaupt für Automatisierung? Sie lässt sich vor dem Projekt beantworten.

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Das Wichtigste in Kürze

Geeignet ist Arbeit, die häufig anfällt, klar beschreibbar ist und deren Ergebnis jemand prüft. Ungeeignet ist Arbeit, bei der ein Fehler teuer wird und niemand hinschaut, bei der die Regeln ständig wechseln oder bei der die Datengrundlage fehlt. Diese drei Kriterien sortieren die meisten Ideen in zwanzig Minuten.

Die drei Merkmale einer geeigneten Aufgabe

Sie kommt oft vor

Eine Aufgabe, die dreimal im Jahr anfällt, lohnt keine Automatisierung – der Aufwand für Einrichtung und Pflege übersteigt den Nutzen. Interessant wird es ab täglich oder mehrmals wöchentlich.

Sie lässt sich beschreiben

Wenn Sie einer neuen Mitarbeiterin in fünf Sätzen erklären könnten, was zu tun ist, ist die Aufgabe geeignet. Wenn Sie sagen müssten „das spürt man mit der Zeit", ist sie es nicht.

Jemand prüft das Ergebnis

Der wichtigste Punkt. Wo ein Mensch das Resultat ohnehin ansieht, bevor es wirkt, ist der Einsatz unproblematisch. Wo etwas ungeprüft nach draussen geht, wird es heikel.

Drei Beispiele, die funktionieren

Entwürfe für wiederkehrende Korrespondenz

Terminbestätigungen, Standardauskünfte, Absagen: Der Entwurf entsteht in Sekunden, die Person passt an und schickt. Zeitersparnis pro Vorgang wenige Minuten, bei zwanzig Vorgängen am Tag ist das eine Stunde.

Zusammenfassungen langer Unterlagen

Protokolle, Berichte, Vertragsentwürfe. Die Zusammenfassung ersetzt das Lesen nicht, aber sie sagt, welche zwanzig von zweihundert Seiten gelesen werden müssen.

Aufbereitung unstrukturierter Angaben

Aus einer Mail mit einer Bestellung die Positionen herausziehen, aus einem Formular die Angaben in eine Tabelle übertragen. Klar begrenzt, gut prüfbar, häufig.

Drei Beispiele, die nicht funktionieren

Auskünfte mit Rechtsfolge ohne Kontrolle

Ein System, das Bürgerinnen und Bürgern oder Kundinnen und Kunden verbindliche Auskünfte gibt, ohne dass jemand sie prüft, ist ein Haftungsproblem. Der Nutzen ist real, aber er braucht einen Menschen dazwischen.

Aufgaben mit ständig wechselnden Regeln

Wo sich Vorgaben monatlich ändern, ist der Pflegeaufwand höher als der Gewinn. Das Ergebnis ist ein System, dem niemand mehr traut, weil es die letzte Änderung nicht kennt.

Alles, wofür die Daten fehlen

Der häufigste Grund für gescheiterte Vorhaben. Wer seine Kundendaten in drei Systemen und zwei Tabellen führt, hat kein KI-Problem, sondern ein Datenproblem – und das muss zuerst gelöst werden.

Wie man das im eigenen Betrieb prüft

Nehmen Sie eine Woche lang auf, welche Tätigkeiten wie oft anfallen. Nicht detailliert, eine Strichliste genügt. Danach sortieren Sie nach Häufigkeit.

Für die obersten fünf Tätigkeiten stellen Sie die drei Fragen: oft genug, beschreibbar, wird geprüft? Was dreimal Ja ergibt, ist ein Kandidat.

Beginnen Sie mit genau einem. Wer drei Vorhaben gleichzeitig startet, bringt keines zu Ende, und niemand kann hinterher sagen, was gewirkt hat.

Was der Einsatz tatsächlich kostet

Die Lizenzkosten sind der kleinste Posten. Teurer sind die Einführung, die Anpassung an den eigenen Betrieb und vor allem die Zeit, bis die Belegschaft die neue Arbeitsweise übernommen hat.

Wir rechnen bei einem überschaubaren Vorhaben mit einigen Tagen Einrichtung und einer Begleitung über zwei bis drei Monate. Was danach bleibt, ist eine laufende Gebühr und gelegentliche Anpassungen.

Was wir nicht versprechen, sind Einsparungen in Stellenprozenten. In den Betrieben, die wir begleitet haben, ist keine Stelle weggefallen – es ist Arbeit weggefallen, die niemand vermisst hat.

Der Unterschied zwischen Werkzeug und Ablauf

Ein Chat-Werkzeug bereitzustellen ist einfach und wirkt zunächst wenig. Die Wirkung entsteht erst, wenn es in einen Ablauf eingebaut ist – wenn also nicht jemand daran denken muss, sondern es an der richtigen Stelle von selbst auftaucht.

Deshalb ist die Frage „welches Werkzeug?" fast immer die falsche erste Frage. Die richtige lautet: Welcher Ablauf soll anders werden?

Wer mit dem Ablauf beginnt, merkt oft, dass ein Teil des Nutzens ganz ohne KI zu haben ist – durch eine Vorlage, eine Regel oder eine Schnittstelle. Das ist kein Rückschlag, sondern ein günstiges Ergebnis.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Künstliche Intelligenz. Vollständig behandeln wir das Thema hier: KI-Beratung · KI für KMU · KI für die Verwaltung

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Häufige Fragen

Womit fängt man am besten an?

Mit einer Aufgabe, die täglich anfällt, klar beschreibbar ist und deren Ergebnis ohnehin jemand liest. Textentwürfe für wiederkehrende Korrespondenz sind der häufigste sinnvolle Einstieg.

Brauchen wir eigene Daten für den Einstieg?

Für allgemeine Aufgaben nicht. Sobald es um Auskünfte zum eigenen Betrieb geht, schon – und dann entscheidet die Qualität dieser Daten über das Ergebnis.

Wie lange dauert es, bis man etwas merkt?

Bei einem klar abgegrenzten Vorhaben zeigen sich erste Wirkungen nach wenigen Wochen. Ob es sich rechnet, sieht man nach einem halben Jahr – vorher fehlt der Vergleich.

Wo lohnt sich KI in Ihrem Betrieb?

Wir schauen uns Ihre Abläufe an und sagen ehrlich, wo sich der Aufwand rechnet und wo nicht.

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