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Künstliche Intelligenz6 Min. Lesezeit

KI einführen, ohne die Belegschaft zu überfahren

Die Technik ist der einfache Teil. Was über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist die Frage, ob die Leute das Werkzeug freiwillig ein zweites Mal öffnen.

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Das Wichtigste in Kürze

Einführungen scheitern selten an der Technik. Sie scheitern daran, dass niemand erklärt hat, welches Problem gelöst werden soll, dass die erste Erfahrung enttäuschend war und dass die Frage nach dem eigenen Arbeitsplatz unbeantwortet blieb. Alle drei lassen sich vorher angehen.

Die erste Erfahrung entscheidet

Wer ein neues Werkzeug zum ersten Mal öffnet und ein mittelmässiges Ergebnis bekommt, kommt nicht wieder. Deshalb ist der erste Termin keine Vorstellung der Funktionen, sondern eine gemeinsame Arbeit an einer echten Aufgabe.

Wir lassen die Teilnehmenden eine Aufgabe mitbringen, die sie tatsächlich vor sich haben – eine Offerte, ein Protokoll, eine Antwort auf eine Reklamation. Danach arbeiten wir eine Stunde daran.

Der Unterschied ist deutlich. Nach einer allgemeinen Vorstellung nutzt etwa ein Drittel das Werkzeug weiter. Nach einer Stunde an der eigenen Aufgabe sind es fast alle.

Die Frage, die alle beschäftigt

Ob offen gestellt oder nicht: In jeder Belegschaft steht die Frage im Raum, ob das Werkzeug den eigenen Arbeitsplatz überflüssig macht. Wer sie nicht anspricht, bekommt keine Zustimmung, sondern höfliches Desinteresse.

Die ehrliche Antwort ist meistens differenziert. In den Betrieben, die wir begleitet haben, ist keine Stelle weggefallen. Verändert hat sich, welche Arbeit anfällt.

Wenn ein Betrieb tatsächlich Stellen abbauen will, sollte er das sagen. Alles andere fliegt spätestens beim zweiten Termin auf und zerstört das Vertrauen für Jahre.

Was in der Praxis funktioniert

  • Freiwillig beginnen. Eine kleine Gruppe von Interessierten statt einer Pflichtveranstaltung für alle. Diese Gruppe wird später zur besten Werbung.
  • Beispiele aus dem eigenen Haus. Ein Kollege, der zeigt, wie er seine Offertentwürfe macht, überzeugt mehr als jede externe Präsentation.
  • Grenzen offen benennen. Wer sagt, wo das Werkzeug schlecht ist, wird beim Rest geglaubt.
  • Kurze Wiederholungen. Alle paar Wochen zwanzig Minuten, statt einmal einen halben Tag. Was man nicht wiederholt, verschwindet.
  • Eine Ansprechperson im Haus. Jemand, der Fragen beantwortet, ohne dass man extern anfragen muss.

Der letzte Punkt ist der wirksamste. Eine interne Person, die sich auskennt und ansprechbar ist, ersetzt jede Schulungsreihe.

Was man sich sparen kann

Umfangreiche Handbücher werden nicht gelesen. Was hilft, ist eine Seite mit fünf Beispielen aus dem eigenen Betrieb, die man kopieren und anpassen kann.

Ebenso wenig braucht es eine Zertifizierung oder einen Kurs mit Prüfung. Die Werkzeuge sind so gebaut, dass man sie im Gespräch bedient; wer schreiben kann, kann sie bedienen.

Was es hingegen braucht, ist Zeit. Wer die Einführung neben dem Tagesgeschäft ohne freigestellte Stunden erwartet, bekommt sie nicht.

Der Umgang mit Skepsis

Skepsis ist kein Widerstand, sondern oft die begründete Erfahrung mit früheren Einführungen, die nichts gebracht haben. Sie verdient eine sachliche Antwort und keine Begeisterungsrede.

Was hilft, ist der Vergleich mit einer konkreten Zahl: Wie lange dauert diese Aufgabe heute, wie lange mit dem Werkzeug? Wenn der Unterschied klein ist, sagen wir das.

In etwa einem Viertel der Aufgaben, die uns Kunden vorschlagen, raten wir vom Einsatz ab. Das ist kein schlechtes Ergebnis, sondern der Grund, warum die anderen drei Viertel ernst genommen werden.

Wenn die Begeisterung nachlässt

Nach etwa zwei Monaten fällt die Nutzung in fast jedem Betrieb ab. Die erste Neugier ist weg, der Alltag ist zurück.

Das ist der Moment für die zweite Runde: Was hat sich bewährt, wo klemmt es, welche neue Aufgabe könnte dazukommen. Wer diesen Termin einplant, hält die Einführung am Leben.

Wer ihn auslässt, hat in einem Jahr ein Abonnement, das drei Leute nutzen. Das ist der häufigste Ausgang von Einführungen ohne Begleitung.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Künstliche Intelligenz. Vollständig behandeln wir das Thema hier: KI-Beratung · KI für KMU · KI für die Verwaltung

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Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Einführung?

Der erste Termin dauert zwei bis drei Stunden. Danach empfehlen wir kurze Wiederholungen über drei Monate. Insgesamt sind das pro Person etwa sechs bis acht Stunden.

Sollen alle gleichzeitig anfangen?

Nein. Eine kleine Gruppe von Freiwilligen zuerst, danach der Rest. Die erste Gruppe liefert die Beispiele, mit denen die zweite überzeugt wird.

Was, wenn die Belegschaft nicht will?

Dann lohnt sich die Frage nach dem Grund. Häufig steckt eine schlechte Erfahrung dahinter oder eine unbeantwortete Sorge um den Arbeitsplatz. Beides lässt sich ansprechen – ein Werkzeug gegen den Willen der Belegschaft einzuführen, funktioniert dagegen nicht.

Wo lohnt sich KI in Ihrem Betrieb?

Wir schauen uns Ihre Abläufe an und sagen ehrlich, wo sich der Aufwand rechnet und wo nicht.

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