+41 44 244 05 42info@swissitmanagement.com
DE
Künstliche Intelligenz6 Min. Lesezeit

Wann ein KI-Telefonassistent taugt und wann er der falsche Weg ist

Wir haben einen KI-Telefonassistenten entwickelt und setzen ihn selbst ein. Das ist der Grund, warum wir ziemlich genau sagen können, wo er nicht hingehört.

Kostenloses Erstgespräch
Das Wichtigste in Kürze

Ein Assistent lohnt sich, wo viele gleichartige Anrufe kommen, wo ausserhalb der Bürozeiten niemand da ist und wo es um Auskunft und nicht um Beratung geht. Er ist der falsche Weg, wo Kundinnen und Kunden eine persönliche Einschätzung erwarten oder wo jeder Anruf anders ist.

Was ein Assistent tatsächlich kann

Er nimmt Anrufe entgegen, versteht das Anliegen in gesprochener Sprache, gibt hinterlegte Auskünfte, nimmt Angaben auf und leitet weiter oder hinterlässt eine strukturierte Notiz.

  • Öffnungszeiten, Adresse, Zuständigkeiten
  • Terminwünsche entgegennehmen und in den Kalender eintragen
  • Standardauskünfte zu Produkten oder Abläufen
  • Anliegen aufnehmen und mit Rückrufnummer weitergeben
  • Ausserhalb der Bürozeiten: Dringlichkeit einschätzen und im Notfall weiterleiten

Was er nicht kann, ist beurteilen. Sobald ein Anliegen Abwägung braucht, gehört es zu einem Menschen – und der Assistent muss das erkennen und übergeben.

Die Fälle, in denen er sich lohnt

Erstens: viele gleichartige Anrufe. Wo dieselben fünf Fragen den ganzen Tag kommen, entlastet ein Assistent spürbar – und die Leute am Telefon können sich um die Fälle kümmern, die Aufmerksamkeit brauchen.

Zweitens: Randzeiten. Ein Anruf um sieben Uhr abends geht heute auf eine Sprachbox, die niemand gerne bespricht. Ein Assistent nimmt das Anliegen auf, und am Morgen liegt eine brauchbare Notiz vor statt einer halben Nachricht.

Drittens: Überlast. Wenn drei Leitungen gleichzeitig klingeln, ist ein Assistent besser als ein Besetztzeichen – vorausgesetzt, er sagt gleich zu Beginn, was er ist.

Die Fälle, in denen er schadet

Wo Kundinnen und Kunden eine persönliche Beziehung erwarten, ist ein Assistent ein Rückschritt. In einer Beratung, in der es um Vertrauen geht, will niemand mit einem System sprechen.

Wo jeder Anruf anders ist, bringt er nichts: Er kann nur beantworten, was hinterlegt wurde, und wenn nichts hinterlegt werden kann, leitet er einfach weiter – dann ist er ein Umweg.

Und wo er als Mensch auftritt, richtet er Schaden an. Wir halten es für zwingend, dass der Assistent zu Beginn sagt, dass er ein automatischer Assistent ist. Alles andere ist eine Täuschung, die auffliegt und Vertrauen kostet.

Was die Einführung braucht

Die Technik ist in wenigen Tagen bereit. Die Arbeit liegt im Inhalt: Welche Fragen kommen, welche Antworten sind richtig, wann wird weitergeleitet und an wen?

Wir gehen dafür die Anrufe der letzten Wochen durch – nicht aufgezeichnet, sondern in einer einfachen Strichliste durch die Personen am Telefon. Nach zwei Wochen ist klar, welche Anliegen den Grossteil ausmachen.

Danach wird der Assistent auf genau diese Anliegen eingerichtet und alles Übrige weitergeleitet. Ein Assistent, der zu viel können soll, macht mehr Fehler als einer, der wenig kann und den Rest sauber übergibt.

Was wir bei uns selbst gelernt haben

Wir setzen den Assistenten in unserem eigenen Betrieb ein. Zwei Dinge haben uns überrascht.

Erstens: Die Menge der Anrufe ausserhalb der Bürozeiten war höher als angenommen – ein spürbarer Teil davon Anliegen, die vorher schlicht verloren gingen.

Zweitens: Die Akzeptanz hängt fast ausschliesslich daran, wie schnell übergeben wird. Wer nach zwei Sätzen zu einem Menschen kommt, findet den Assistenten nützlich. Wer sich durch fünf Fragen arbeiten muss, findet ihn ärgerlich – zu Recht.

Voraussetzung: Telefonie über das Netzwerk

Ein Assistent setzt voraus, dass die Telefonie über das Netzwerk läuft. Bei einer klassischen Anlage im Technikraum ist er nicht anschliessbar.

Für die meisten Betriebe ist das kein Hindernis, weil die Umstellung ohnehin ansteht. Sie sollte aber der erste Schritt sein und nicht nebenbei erfolgen.

Was dabei am Netzwerk zu beachten ist, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster Künstliche Intelligenz. Vollständig behandeln wir das Thema hier: KI-Beratung · KI für KMU · KI für die Verwaltung

Weitere Beiträge aus diesem Cluster

Häufige Fragen

Merken Anrufende, dass sie mit einem System sprechen?

Sie sollen es merken, und der Assistent sagt es zu Beginn. Wir halten das für zwingend – ein System, das sich als Mensch ausgibt, beschädigt das Vertrauen mehr, als die Zeitersparnis wert ist.

Was passiert, wenn der Assistent nicht weiterweiss?

Dann übergibt er – während der Bürozeiten an eine Person, ausserhalb mit einer strukturierten Notiz und Rückrufnummer. Das ist der wichtigste Teil der Einrichtung.

Lohnt sich das für einen kleinen Betrieb?

Ab etwa zehn bis fünfzehn gleichartigen Anrufen pro Tag beginnt es sich zu rechnen. Darunter ist der Aufwand für die Einrichtung meist höher als der Nutzen – das sagen wir dann auch.

Wo lohnt sich KI in Ihrem Betrieb?

Wir schauen uns Ihre Abläufe an und sagen ehrlich, wo sich der Aufwand rechnet und wo nicht.

Kostenloses Erstgespräch