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IT-Support & Managed Services6 Min. Lesezeit

Das erste Jahr mit einem neuen IT-Partner: was in welcher Reihenfolge passiert

Ein Wechsel des IT-Dienstleisters ist für die meisten Betriebe ein grösserer Schritt als eine neue Software. Er lässt sich planen – und die Reihenfolge entscheidet, wie ruhig es dabei zugeht.

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Das Wichtigste in Kürze

Die ersten vier Wochen gehören der Übernahme von Zugängen und Wissen, nicht Verbesserungen. Danach folgen Bestandsaufnahme, das Schliessen der grössten Lücken und erst zum Schluss die Projekte. Wer diese Reihenfolge umdreht, baut auf Unbekanntem auf.

Wochen 1 bis 4: übernehmen, nicht verändern

In der ersten Phase geht es ausschliesslich darum, arbeitsfähig zu werden: Zugangsdaten, Dokumentation, Verträge, Ansprechpersonen bei Lieferanten, Zugang zur Fernwartung, Kenntnis der Sicherungsläufe.

Wir verändern in dieser Zeit bewusst so wenig wie möglich. Jede Änderung, deren Wirkung wir nicht abschätzen können, erzeugt Störungen, die dann fälschlich dem Wechsel zugeschrieben werden.

Parallel läuft der Support bereits normal. Die Belegschaft merkt vom Wechsel idealerweise nur, dass sie eine neue Nummer anruft.

Wochen 5 bis 10: Bestandsaufnahme

Jetzt wird aufgenommen, was tatsächlich vorhanden ist – nicht, was in Unterlagen steht. Erfahrungsgemäss weichen die beiden voneinander ab.

  • Geräte mit Alter, Zustand und Garantielage
  • Server, Dienste und ihre Abhängigkeiten untereinander
  • Sicherungen: was wird gesichert, wohin, wie lange aufbewahrt, wann zuletzt zurückgespielt
  • Benutzerkonten inklusive der längst ausgetretenen
  • Verträge und Lizenzen mit Laufzeit und Kündigungsfrist

Aus dieser Aufnahme entsteht ein Bericht mit drei Kategorien: sofort handeln, im laufenden Jahr erledigen, beobachten. Der Bericht gehört dem Kunden und bleibt auch dann bei ihm, wenn die Zusammenarbeit endet.

Monate 3 bis 6: die grössten Lücken schliessen

In fast jeder Übernahme finden wir dieselben drei Punkte: eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, Berechtigungen, die niemand mehr überblickt, und mindestens ein Gerät, das seit Jahren keine Aktualisierung mehr bekommen hat.

Diese drei bearbeiten wir zuerst, weil sie das grösste Risiko bei überschaubarem Aufwand darstellen. Erst danach reden wir über Neues.

Was in dieser Phase auffällt, gehört ins Protokoll – auch das, was wir nicht ändern. Ein bekanntes und akzeptiertes Risiko ist etwas anderes als ein unbekanntes.

Monate 6 bis 12: Projekte und Rhythmus

Erst jetzt sind Projekte sinnvoll: ein Serverwechsel, die Umstellung auf Cloud-Dienste, ein neues Netzwerk. Zu diesem Zeitpunkt kennen beide Seiten die Umgebung gut genug, um Aufwand und Risiko realistisch einzuschätzen.

Parallel etabliert sich der Rhythmus: monatliche Auswertung der Tickets, quartalsweise ein Gespräch über Stand und Vorhaben, jährlich eine aktualisierte Bestandsaufnahme.

Nach zwölf Monaten sollte der Betrieb an einem Punkt sein, an dem der IT-Partner austauschbar wäre – Dokumentation vollständig, Zugänge beim Kunden, keine Abhängigkeit von einer einzelnen Person. Genau das ist das Ziel.

Was schiefgehen kann und wie man vorbeugt

Der häufigste Stolperstein ist ein unvollständiger Zugangsübergang. Wenn eine Lizenz auf die private Mailadresse des früheren Betreuers läuft oder ein Domainkonto niemandem im Betrieb gehört, merkt man das erst, wenn man es braucht.

Wir gehen deshalb in den ersten Wochen jede externe Anmeldung durch und stellen sie auf betriebseigene Adressen um. Das ist mühsam und einmalig.

Der zweite Stolperstein ist Ungeduld. Wer im ersten Monat den Serverwechsel will, bekommt ihn – aber ohne Kenntnis der Abhängigkeiten. Was dabei übersehen wird, kostet später mehr, als das Warten gekostet hätte.

Der Übergang mit dem bisherigen Anbieter

In der Mehrheit der Fälle läuft die Übergabe sachlich. Der scheidende Anbieter hat wenig Interesse an einem Konflikt, und ein sauberer Abschluss ist auch für ihn die bessere Referenz.

Wo es hakt, hilft eine schriftliche Liste: welche Zugänge, welche Unterlagen, bis wann. Meistens genügt das. Wo gar nichts kommt, bauen wir die Informationen neu auf – bei einer mittleren Umgebung sind das ein bis zwei zusätzliche Tage.

Was wir nicht tun: Wir reden nicht schlecht über den Vorgänger. In den allermeisten Umgebungen, die wir übernehmen, hat jemand über Jahre ordentliche Arbeit geleistet, oft unter Bedingungen, die wir nicht kennen.

Zum ThemaDieser Beitrag gehört zum Cluster IT-Support & Managed Services. Vollständig behandeln wir das Thema hier: IT-Support · Managed IT Services

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Häufige Fragen

Wie lange dauert der eigentliche Wechsel?

Arbeitsfähig sind wir in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Bis alles übernommen, dokumentiert und geprüft ist, vergehen zwei bis drei Monate – ohne dass der Betrieb davon etwas merkt.

Müssen wir während des Wechsels mit Ausfällen rechnen?

Nein. In der Übernahmephase ändern wir bewusst nichts an laufenden Systemen. Änderungen kommen später und werden angekündigt.

Was kostet die Bestandsaufnahme?

Bei einer Übernahme ist sie Teil des Einstiegs und im ersten Monat enthalten. Als eigenständige Leistung ohne anschliessende Betreuung rechnen wir sie nach Aufwand ab; bei einem mittleren Betrieb sind das ein bis zwei Tage.

Läuft Ihr Support so, wie er sollte?

Wir schauen uns Ihre Tickets der letzten Monate an und sagen Ihnen, wo die Zeit hingeht.

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